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Was das Schaf zu blöken hat...öken hat...

Ägypten und Jordanien. Muslimbrüder an die Macht, aber dalli!

Liebe Freunde!

Meine Herrin ist einmal mehr sehr mürrisch. An mir läßt sie es aus. Schaf, grummelt sie, hast du nichts zu blöken, die Ereignisse in Tunesien, Ägypten, Jemen, Jordanien betreffend, geht dich das alles nichts an, oder was? Gemein! Sie selbst sitzt da, surft in den Google News und Actualités herum und bringt nichts zustande. Eben höre ich sie seufzen: Ach, wenn frau doch so reagieren könnte wie die öffentlich-rechtlichen Anstalten, die entweder unbebilderte, mit Spekulationen gespickte Telefonate ihrer Korrespondenten senden, weil die sich nicht trauen, aus dem Fenster zu schauen, oder die einen ihrer Mitarbeiter aus Kairo mehrfach übern Sender erklären lassen, er wisse auch nicht, was das alles solle, oder die Kameraleute losschicken, die immer, wenn die Muslimbrüder und -schwestern zu stark vertreten sind, schnell umschwenken, auf daß der Kommentar des Korrespondenten über die Demokratiewünsche der Straße, the street, la rue nicht sofort widerlegt werde.

Herrin, willst du wirklich so naiv tun oder gar wie Hamed Abdel-Samad sein, der die Muslimbrüder demonstrieren sieht und im ARD-Interview meint sie spielten keine Rolle, kriegten allenfalls 15 Prozent der Wählerstimmen? blöke ich schüchtern. Und was die vermummten Frauen angeht, so habe ich eben im ZDF-Spezial einige gesehen. Sie bürgen für den Wunsch nach Demokratie, für die Befreiung der Frauen, oder warum gingen sie sonst auf die Straße?

Demokratie ist der Herzenswunsch der Muslime, schaf sieht es deutlich, ARD und ZDF spielen die passenden Szenen direkt an den Abendbrottisch. Alle sehen es, voran unsere Politiker, deren größte Sorge ist, daß Israel endlich den Frieden im Nahen Osten herstellt. Stattdessen ruiniert Israel die Mittelmeerunion des Nicolas Sarkozy, l´Union pour la Méditerranée (UPM). Das kann der seit einem Jahr als Generalsekretär der UPM tätige Jordanier Ahmad Massa´deh nicht mehr mit ansehen, er wirft das Handtuch, Le patron de l´UpM jette l´Ã©ponge, wie das Ereignis auch im Economiste du Maroc überschrieben ist. (1)

Bei solchen Steilvorlagen sind die deutschen MSM nicht weit. Der Deutschlandfunk weiß, worum es geht. Ahmad Massa´deh habe kürzlich in einem Interview gesagt: "Ich wünsche, dass Israelis und Palästinenser sich endlich wieder an einen Tisch setzen, und einen Frieden aushandeln. Und: Ich bin nicht so glücklich darüber, dass unser Budgetantrag um mehr als 60 Prozent gekürzt wurde. Darin spiegeln sich der Wille und die Orientierung der Mitglieder wider." Der ungelöste Nahostkonflikt sei es, und die nachgeschobene mangelhafte Finanzierung der Megalomanie fällt dabei kaum noch ins Gewicht. (2)

Angela Merkel, Bundeskanzlerin aller Türken, der Miri-Familie und der Deutschen, warnt Israel, die CDU-Vorsitzende Angela Merkel mahnt Israel, den Friedensprozeß und die Schaffung eines Palästinenserstaates vorwärts zu treiben. Die Unruhen, die die Region derzeit erschüttern, dürften "keine Entschuldigung dafür sein, dass man den Friedensprozess einfach stoppt oder ihn anhält". (3)

So ist es. Wir haben eine tolle Regierung, sie erkennt die Prioritäten. Blök!

Die Kanzlerin gibt sich unparteiisch, nicht daß einer meinen könnte, sie hätte etwas gegen Israel, und so nimmt sie sich auch Hosni Mubarak vor; sie dringt auf die Wahrung der Demonstrations- und Informationsfreiheit in Ägypten. Außenminister Guido Westerwelle assistiert ihr, der Wunsch der Menschen nach Freiheit müsse respektiert werden. Sonst könnten radikale Kräfte die Oberhand gewinnen, warnte er in der ARD. (4)

Das ist politisches Format: der Wunsch der Menschen nach Freiheit! Derweil haben einige Amerikaner und viele Israelis andere Sorgen, nämlich, daß sich Mohammed ElBaradei mit den Muslimbrüdern verbündet - oder besser: diese mit jenem - und in Ägypten ein Gottesstaat ähnlich wie im Iran entsteht. Petitionen dafür gibt es bereits seit Mitte 2010. Barry Rubin, vom GLORIA Center, sei hier stellvertretend für viele genannt, die mit Argumenten untermauern, was mit einem Mohammed ElBaradei als Präsident Ägyptens nicht nur dessen Bevölkerung, sondern was uns alle erwarten würde. (5)

Bret Stephens versucht im Wall Street Journal, den Lesern die Lage Ägyptens und seines Präsidenten hautnah zu erläutern: Stellen Sie sich vor, Sie wären Hosni Mubarak! Wenn die Leser nicht total ideologisch verkleistert sind, wird ihnen klar, daß die wahrscheinlich bei einer Änderung des politischen Systems obsiegende politische Richtung von noch größerem Übel wäre als die Nasser-Sadat-Mubarak-Variante. (6)

Elder of Ziyon ist´s eine Karikatur wert: Ägyptens Wahl. (7)

Mohammed ElBaradei und sein Pakt mit den Muslimbrüdern führte zu einer solchen politischen Variante, ganz im Sinne des "Projektes" der Muslimbruderschaft, vom
1. Dezember 1982. Wenn alles gutgeht für sie, haben sie ihr Ziel nach knapp dreißig Jahren ein Stück weiter erreicht, Ägypten fällt ihnen endlich in den Schoß, eine reife Frucht. Nicht zu vergessen wäre die Wirkung, die eine Herrschaft der Muslimbrüder auf die weltweite Islamisierung hätte. (8)

Davor aber ist unseren Politikern und MSM nicht bange, Angela Merkel kennt Mohammed ElBaradei aus dessen Zeit als Generaldirektor der UN Atomenergieagentur IAEA persönlich, als er alles tut, den Westen einzulullen über die Entwicklung des Atomwaffenprogramms des Iran. Sie hat ihm schon die Hand geschüttelt. Allein daran sollte schaf sehen, daß er kein radikaler Muslim sein kann; denn die geben Frauen nicht die Hand. (9)

Die Mehrheit auf den Straßen will Demokratie, wissen Politiker und MSM. Sie lügen; ihnen sind Umfragen zur öffentlichen Meinung in den islamischen Staaten bekannt. Die Muslime wollen die konsequente Anwendung der Scharia, unterstützen Al-Qaida und den Kampf gegen den Westen, vor allem gegen die USA und Israel. (10)

Sie erhärten ihre Lügen durch Korrespondenten wie Hamed Abdel-Samad, der selbst als Demonstrant unterwegs ist, als parti pris. Er wird kaum der Muslimbrüder ansichtig, sie wären eine kleine unbedeutende Minderheit, sie erhielten bei den Wahlen nicht mehr als 15 Prozent der Stimmen. Er blickt in die Menge und berichtet, daß Muslimbrüder "von allen Bürgern sofort zurechtgewiesen (werden), wenn sie ihre Parolen rufen". Könnte es sein, daß geschultere Muslimbrüder ihre zum falschen Zeitpunkt lospreschenden und -kreischenden Glaubensbrüder in die Schranken weisen, auf daß sie den nahen Sieg nicht verderben, "vermasseln", hähähä?

Im Agitprop Cicero kann Hamed Abdel-Samad behaupten: "Das Volk hat das Zepter in die Hand genommen". Komischer ist´s schon lange nicht mehr. Er kommt nicht darauf, daß sich das Militär ruhig verhält, weil es nicht im Interesse des herrschenden Systems ist, in dem das Militär einen privilegierten Platz einnimmt, die mit Intellektuellen und Bürgern der Mittelschicht durchsetzte analphabetische Meute aufzumischen. So wenig analytische Fähigkeit wie bei Hamed Abdel-Samad ist nirgends, das wird nicht einmal von Michael Lüders unterboten, sondern die könnten sich ´n dritten Mann zum Skat suchen, vielleicht Gudrun Krämer? Hinreißend allein schon ein solcher Satz: Lesen Sie im zweiten Teil des Interviews, was Abdel-Samad Europa und Bundeskanzlerin Angela Merkel rät, und warum er glaubt, dass Israel gerade einen riesigen Fehler begeht. Oder dieser: Die Polizei hingegen hat sich in Luft aufgelöst. Sie existiert nicht mehr. Das Volk hat das Zepter in die Hand genommen und lenkt die Geschicke des Landes. (11)

Auch die Kommentare sind herzerweichend, schaf kann sie nicht einmal als naiv bezeichnen, sie sind einfach nur deutsche politische Kultur. Selbst die Bilder, die ARD und ZDF zeigen, sagen anderes aus über fanatisierte Männer, Frauen im Niqab und sonstigen Säcken, über Lenkung des Aufmarsches durch Muslimbrüder. Warum wohl gibt es bei Millionen von aufgeheizten Protestierenden bislang keine nennenswerten Ausschreitungen? (12)

Wie war das noch bei den Demonstrationen gegen die Mohammed-Karikaturen? Wer erinnert sich der Videos, auf denen Imame in London die Phalanx der schreienden Meute abschreiten, sie in Schach zu halten?

Ist es die in Luft aufgelöste Polizei, die sich am 2. Februar 2011 unter die für Hosni Mubarak demonstrierenden Gruppen mischt, von den Nachrichtensprechern der ARD am Nachmittag als Schlägertrupps identifiziert, obgleich Korrespondent Jörg Armbruster in seinem Hotelzimmer sitzt, von dem die Auseinandersetzungen einzusehen sind, zu deutsch, von wo er gar nichts einschätzen kann?

Die ARD-Korrespondenten setzen auf Mohammed ElBaradei, ihn zitieren sie ausführlich, sie reden einer Regierung das Wort, die von den Muslimbrüdern gelenkt würde. Nichts anderes wäre die Präsidentschaft des Mohammed ElBaradei. (13)

Was die Demokratiefähigkeit der Muslime der Region angeht, von Mauretanien und Marokko bis zum Iran, beweisen sie der Welt seit Jahrzehnten, daß sie nicht wissen, was Demokratie ist - und es auch nicht wissen wollen; in Wahlen bestätigen sie ihre Herrscher, seien sie noch so despotisch, von Jahr zu Jahr zwingen sie mehr Frauen unter den Schleier, unter Hijab, Niqab, Burka, wollen sie mehr Scharia, hassen sie die Juden und Israel mehr. Wer in der Westbänk Land an Juden verkauft, wird mit dem Tode bestraft, Juden Palästinas gelten in Jordanien nicht als Jordanier, sie werden ausdrücklich ausgenommen von der Nationalität, ein Gesetz wird dazu verabschiedet zu einer Zeit, als eh schon alle Juden aus dem Jordanien genannten Teil Palästinas vertrieben worden sind. (14)

Einer der wenigen Korrespondenten, die noch einen klaren Kopf behalten, ist wie immer Georges Malbrunot. Er argumentiert weit entfernt von den Luftnummern deutscher Korrespondenten, er berichtet darüber, daß in Jordanien mit seinem Anteil von ca. 70 Prozent Palästinensern die Muslimbrüder als stärkste Oppositionskraft zu Demonstrationen aufrufen. Über andere islamische Staaten weiß er: Im Jemen, in Algerien und in Marokko haben die Herrscher ebenso einer Unterstützung der Bevölkerung zugestimmt (wie in Amman und Damaskus nach dortigen Sympathiedemonstrationen mit Tunesien). Aber auch dort, ohne das politische System zu öffnen. Eine unmögliche Wahl wäre das, warnt ein anderer Diplomat. "Die arabischen Regime würden hinweggefegt, wenn sie sich für eine politische Öffnung entschieden. Ihre oft aus Minderheiten kommende Herrschaft hat keine oder nur wenig Legitimität. Sie wissen sehr wohl, daß sie im Falle von demokratischen Wahlen wenig Chancen hätten, gewählt zu werden." (15)

Darum macht Katar Vorwärtsverteidigung und haut auf den Putz: Der Emir von Katar hält, zum Ärger der arabischen Regime von Ägypten bis Saudi-Arabien, seine Hand über al-Dschasira, das unverhohlen Sympathie zeigt für Hisbollahstan, früher Libanon, und für Hamastan, früher Gaza genannt, schreibt Michael Stürmer in selten gewordener Klarheit und handelt sich dafür von Kommentatoren Schelte ein. (16)

Es gibt für Saudi-Arabien und die Scheichtümer am Golf nur eine Revolution in den anderen arabischen Staaten, das ist die hin zur Islamisierung durch die Muslimbrüder. Das Personal von Al-Dschasira weiß, was sein Herrscher möchte, und jeder weiß, daß die Gesellschaften, die jetzt in Aufruhr sind, gegenwärtig nur mittels demokratischer Wahlen islamisiert werden können. Es ist wie seinerzeit im Iran, diejenigen, die wirklich Demokratie im westlichen Sinne wollen, werden eingespannt für den Islam. In Tunesien wie in Ägypten fallen viele darauf herein. Es fragt sich kaum einer, warum al-Dschasira diesen merkwürdigen Kurs fährt. Kein Wunder, wenn man sich einbildet, auf der Straße protestierten mehrheitlich demokratiefähige Bürger, und die Fanatiker bekämen maximal 15 Prozent der Stimmen.

Plötzlich merke ich, daß meine Herrin mich beobachtet. Schaf, fragt sie, was sinnierst du die ganze Zeit? Was hast du gelesen - und was davon begriffen? Ich sage dir gleich, daß ich die deutschen Politiker und Korrepondenten der MSM selbst beurteilen kann, ich weiß aber nicht, wie ich die Proteste in den arabischen Staaten sowie die Reaktion aus Israel einschätzen soll. Was meinst du?

Herrin, blöke ich und meine Augen weiten sich spontan vor Schrecken, Herrin, ich möchte gern dein Schaf bleiben, ich will nicht in den Kochtopf oder an den Spieß, also, bitte, Herrin, verlange nicht, daß ich meine Meinung dazu blöke. Sie runzelt die Stirn: Was solltest du mir mitteilen, das mich gelüsten könnte, dich zu schlachten?

Herrin, druckse ich herum, also ... Sie wird energisch: Also, was?

Herrin, ich fände es am besten, wenn die Muslimbrüder eher heute als morgen in Tunesien, Ägypten und Jordanien an die Macht kämen. Ich fände es vor allem am besten für Israel. Nun hält sie mich für vollkommen verrückt, was ich vorausgesehen habe, aber sie schlägt doch, wie von mir erbeten, die sehr übersichtliche Karte der islamischen Staaten der Site Middle East Info auf. (17)

Da sind sie, und da ist das kleine Israel samt Gaza und dem Westjordanland. Herrin, laß einmal Tunesien außen vor, das ist nicht unmittelbar in den Konflikt involviert. Was wäre, wenn Ägypten und Jordanien den Muslimbrüdern anheimfielen? Meine Herrin ist entsetzt: Schaf, das darfst du nicht einmal denken, geschweige denn aussprechen.

Ja, eben, seht Ihr, liebe Freunde, das habe ich befürchtet, darum wollte ich nicht blöken. Ich will nicht in den Kochtopf oder an den Spieß, ich will leben! Aber so sind sie alle, ob das nun Korrespondenten der deutschen MSM sind oder israelische Analysten, sie sind nicht vorurteilsfrei, und die Israelis haben noch zusätzlich Angst. Die müßten deutsche Politiker und Korrespondenten eigentlich ebenfalls haben, aber die jahrelange Beschönigung des Islam als Religion des Friedens hat zur Folge, daß gegen ägyptische Alternativen wie Mohammed ElBaradei keine Bedenken aufkommen.

Ich blöke es dennoch frei heraus, Herrin, insistiere ich. Mein Kopfschmuck erbebt, die Backenzähne knirschen, und ich scharre ungeduldig mit meinen Vorderhufen im Pferch. Also, schaue bitte auf die Landkarte. Und nun verklickere ich ihr, warum ich meine, die Muslimbrüder sollten möglichst bald die Macht übernehmen. Damit sie es besser begreift, haue ich es mit meinen Zehenspitzen in den Dell. Ich will es ihr lieber schriftlich geben und nicht ständig durch Fragen und ungläubiges Staunen unterbrochen werden:

Ägypten

Diktatorische, zunehmend islamgeprägte Herrschaft. Gaza unter ägyptischer Verwaltung von 1949 bis 1967. Friedensvertrag mit Israel, seit 26. März 1979. Prätendent für eine Nachfolge Hosni Mubaraks ist neben anderen der Muslimbruder Mohammed el-Beltagi. Mit ihm käme die beschleunigte vollständige Islamisierung und die Aufkündigung des Friedensvertrages sofort, das haben die Muslimbrüder versprochen. Der Vizepräsident der Muslimbrüder Rashad al-Bayoumi betont dies dem japanischen Fernsehsender NHK TV gegenüber: "Nachdem Präsident Mubarak zurückgetreten und eine provisorische Regierung gebildet ist, besteht eine Notwendigkeit, den Friedensvertrag mit Israel aufzulösen." (18)

Mit Mohammed ElBaradei müßte man noch warten, die gleichen Entwicklungen bräuchten mehr Zeit, schon allein aus dem Grunde, daß die hoffnungsvollen westlichen Regierungen sich nicht lumpen ließen und zusätzliche zig Millionen Euro und Dollar ins Land pumpten, die Korruption weiter anheizten und sich damit die Machtverhältnisse in einer ElBaradei-Regierung weiter zugunsten der Muslimbrüder verlagerten. Die Muslimbrüder würden nicht ruhen, Verhältnisse zu fördern, die darauf hinausliefen, endlich den Friedensvertrag mit dem verhaßten Israel aufzukündigen, der zionistischen Einheit.

Die Hamas in Gaza, eine Zweigstelle der Muslimbruderschaft, der sunnitischen Muslimbruderschaft, was noch einmal betont wird, erhielte Genugtuung mit der Aufhebung der Blockade durch Ägypten. Das stünde in allen Zeitungen, käme in Tagesschau und Heute-Journal, Claus Klebers blaue Augen strahlten ob des Erfolges, die Unterstützer der diversen Gaza-Flottillen könnten das nicht länger verheimlichen oder mit einem Nebensatz abtun, wie jetzt erst wieder, als das Allparteienkartell Frankreichs das Flottillenprojekt 2011 vorstellt. (19)

Muslimbrüder Ägyptens und aus Gaza würden dafür sorgen, daß sich Palästinenser aus Gaza in Scharen in Ägypten ansiedeln können, so würde die Macht der Muslimbrüder weiter gestärkt. Von da an wäre es undenkbar, türkischen und gar schiitisch-iranischen Einfluß weiter auf Gaza einwirken zu lassen. Schiiten sind für Sunniten keine Gläubigen, sie sind schon deshalb politische Gegner. Ägypten und die Föderation Gaza, zunächst an Ägypten assoziiert wie Monaco an Frankreich, bald aber voll in Ägypten integriert, würden versuchen, sich woanders mit Waffen zu versorgen, vielleicht auf dem Balkan?

Jordanien

Über 70 Prozent Palästinenser und 30 Prozent andere Araber, Beduinen, Iraker herrscht ein haschemitischer König, der aus einer Familie stammt, die mit Hilfe der Briten zugunsten Sauds Ibn Abdul Aziz aus Saudi-Arabien entfernt werden. Die Vorfahren König Abdallahs II., seinerzeit Emire, sind die Wächter über die heiligen Stätten in Mekka und Medina. Sie werden nach dem damaligen Palästina abgeschoben, 1922 erhalten sie davon 77 Prozent, umbenannt in Transjordanien und ab 1946 in Jordanien. Die Hauptstadt Amman und die zweitgrößte Stadt Zarqa sind nahezu vollständig palästinensisch. Das ist der palästinensische Staat, von dem Geert Wilders am 5. Dezember 2010 in Tel Aviv spricht und dafür von allüberall Schelte bezieht: My friends, let us adopt a totally new approach. Let us acknowledge that Jordan is Palestine. (20)

Friedensvertrag Jordaniens mit Israel, vom 26. Oktober 1994. In Jordanien ist´s noch nicht so weit mit der Nachfolge, aber die Muslimbrüder stehen bereit. Nach den letzten, in Maan, im Süden Ammans, ausgebrochenen Demonstrationen der Solidarität mit Tunesien sind dem Aufruf der Muslimbrüder folgend, der wichtigsten Oppositionskraft, für diesen Freitag (den 28. Februar) weitere Versammlungen vorgesehen, schreibt Georges Malbrunot. (15)

Die FAZ stellt die Partei der Muslimbrüder vor als "Islamische Aktionsfront" und verschweigt, daß es sich wie bei der Hamas um eine Zweigstelle der Muslimbruderschaft handelt. Die IAF wurde 1992 als Reaktion auf die Liberalisierung des jordanischen Parteiengesetzes gegründet. Die Muslimbruderschaft existiert in Jordanien bereits seit 1945, informiert Wikipedia. (21)

Mit König Abdallah II. ist es, wie es mit Mohammed ElBaradei würde, es dauert nur länger, bis die Muslimbrüder die Macht im Staate vollständig übernommen haben. Also bietet man dem König und seiner Familie Exil seiner Wahl an, England ist vielleicht zu muslimisch, liberaler wäre da noch Kuwait, von dort stammt
Rania Al-Yassin, die palästinensisch-stämmige Ehefrau des Königs. Das Geld, das teils seit Jahrzehnten an die UNRWA, an die Palästinensische Autonomiebehörde, an zahlreiche Geheimdienste, an Suha Arafat, an Nichtregierungsorganisationen und wohin sonst im Westjordanland und seine Außenstellen von den Regierungen der USA und von der EU überwiesen wird, geht ab sofort und großzügig bemessen an die im Westjordanland lebenden Palästinenser, die damit in Jordanien, das man in Palästina umbenennen sollte, eine neue Heimat finden. Juden werden weiterhin gesetzlich daran gehindert, sich in Gaza und Jordanien niederzulassen. Das Westjordanland erhält seinen historischen Namen Galiläa und Samaria zurück und wird in den Staat Israel eingegliedert. Israelische Araber, die sich weiterhin mit ihren Glaubensbrüdern in Jordanien/Palästina verbunden fühlen, erhalten ebenfalls finanzielle Unterstützung, sich dort anzusiedeln. Es ist reichlich Platz für alle.

Die Situation wäre also die, daß es keine Friedensverträge mehr gäbe. Wen das entsetzt, der möge bedenken, daß außer diesen beiden kein einziges arabisches Land einen Friedensvertrag mit Israel hat. Die in Ägypten und in Jordanien herrschenden Regierungen der Muslimbrüder würden nichts tun, den Einfluß des schiitischen Iran zu vergrößern. Der Libanon ist vollständig unter iranischem Einfluß, Syrien ebenfalls, der Iran baut an Atomwaffen und gewinnt damit strategischen Vorteil über die an Ausdehnung und Bevölkerung ungleich größeren sunnitischen arabischen Staaten. Der Iran wird versuchen, seinen Einfluß über den Irak weiter auszudehnen, er würde aber bei klaren sunnitischen Verhältnissen keine Verbündeten mehr in sunnitischen Staaten und Gegenden wie Gaza finden. Die Türken, ebenfalls Sunniten, müßten mit ihrer Mavi Marmara woanders hinschippern, vielleicht in den russischen Hinterhof, nach Georgien? Da sind doch sicherlich auch Muslime zu befreien.

Was den Westen angeht, die heuchlerischen Regierungen der USA, Frankreichs, Deutschlands, die hätten klare Verhältnisse, d.h. sie sähen sich konfrontiert mit dem Machtkampf von Sunniten gegen Schiiten. Israel wäre ab sofort nicht mehr von großem Interesse, keine iranischen Waffen mehr von Syrien an die Hezbollah; denn die würden gebraucht, um sich die Muslimbrüder in Jordanien/Palästina vom Hals zu halten, sie würden auch gebraucht, die sunnitische Opposition im Irak niederzuhalten. Keine Waffen mehr vom Iran an Gaza, also kein Beschuß israelischer Städte mehr; denn ägyptische Palästinenser würden sich mit solchem Kinderkram nicht mehr abgeben, sondern ihre ganze Manneskraft in den Kampf um die politische und kulturelle Vorherrschaft Ägyptens in der sunnitischen Welt stecken.

Ganz neue Konkurrenz und Machtrangeleien um die Führung im sunnitischen Lager, zwischen Saudi-Arabien und Ägypten. Al-Qaida, ebenfalls eine Zweigstelle der Muslimbruderschaft, sähe neue Allianzen. Innerhalb der Qaida käme es zu Auseinandersetzungen, ob der Ägypter Ayman al-Zawahiri noch loyal zum Saudi Osama bin Laden steht. Das Prinzip des Strong Horse, wie von Lee Smith in seinem Buch analysiert, käme endlich klar hervor. Sunniten und Schiiten würden sich nirgends mehr zusammentun, um Israel zu vernichten, das lohnt sich nicht für sie; denn die lukrativen Brocken fallen nicht dort ab, sondern beim Kampf der Muslime gegeneinander. Dazu wird es wechselnde Bündnisse innerhalb des sunnitischen Lagers geben. (22)

Was die Schiiten angeht, so könnten sich die Iraner endlich um das sunnitische Afghanistan kümmern. Dort erledigen die USA und ihre NATO-Verbündeten für die Nachbarn Afghanistans zur Zeit noch die Dreckarbeit, im Uhrzeigersinn für Turkmenistan, Usbekistan, Tadjikistan, China, Pakistan und den Iran. Soviele Atombomben kann der Iran gar nicht produzieren, sich dieser Feinde zu entledigen, die alle gern ins Machtvakuum vorstießen, von Rußland nicht zu reden.

Die USA und die EU müßten ihren Eiertanz beenden, sie könnten sich selbst und der Welt nichts mehr vormachen über den "Weltfeind Nr. 1" Israel; denn das wäre unverändert umgeben von einer feindlichen Umwelt, mit dem Unterschied, daß es niemand mehr leugnen könnte.

Darum, meine geliebte Herrin, bin ich dafür, daß möglichst umgehend in Ägypten und in Jordanien die Muslimbrüder an die Macht kommen, auch Rachid Ghannouchi in Tunesien grüße ich ergeben und wünsche ihm alles Gute. Wenn dich das so in Wut bringt, daß du mich schlachten willst, dann muß ich das als Fügung des Schicksals auf mich nehmen, blöke ich leise und demütig.

Meine Herrin ist sprachlos ob meiner Tollkühnheit. Lest bitte selbst und bildet Euch ´ne Meinung, ehe sie meine Unverschämtheiten löscht.

Blök!
Euer Schaf
auf dem Platz at-Tahrir nach Muslimbrüdern suchend
2. Februar 2011

Update

Wie staunt schaf, im Internet-Portal der Rheinischen Post zu lesen, daß es nur einen einzigen Friedensvertrag von arabischen Staaten mit Israel gibt, den Ägyptens. Dies verkündet der Neue Historiker Guido Westerwelle in einem Interview: Ich habe bei meinen Treffen als Außenminister in Kairo immer die Wahrung der Menschenrechte angemahnt. Aber es soll doch keiner vergessen, dass Ägypten als einziger arabischer Staat in der Region einen formellen Friedensvertrag mit Israel geschlossen hat und eine konstruktive Rolle im Nahost-Friedensprozess gespielt hat. (23)

Ist´s möglich? Der Außenminister der Bundesrepublik weiß nichts vom Friedensvertrag Israels mit Jordanien, vom 26. Oktober 1994? Oder ist er vielleicht Informationen aufgesessen, die dortige, Islamische Aktionsfront genannte Muslimbruderschaft hätte den Vertrag schon aufgekündigt? Wie beschränkt muß ein Mensch sein, um in Deutschland Außenminister zu werden? Blök! (24)

5. Februar 2011

Update

Das habe ich, Ägypten betreffend geblökt und nur Seufzer der Zweifler gehört: Wenn du doch recht hättest!

Muslimbrüder Ägyptens und aus Gaza würden dafür sorgen, daß sich Palästinenser aus Gaza in Scharen in Ägypten ansiedeln können, so würde die Macht der Muslimbrüder weiter gestärkt. Von da an wäre es undenkbar, türkischen und gar schiitisch-iranischen Einfluß weiter auf Gaza einwirken zu lassen. Schiiten sind für Sunniten keine Gläubigen, sie sind schon deshalb politische Gegner.

Das habe ich, Ägypten betreffend geblökt und nur Seufzer der Zweifler gehört: Wenn du doch recht hättest!

Und nun lest es selbst: Bahrain: Messerkämpfe zwischen Sunniten und Schiiten. Das ist erst der Anfang des Kampfes der Vertreter dieser beiden Richtungen des Islam. Die Wahhabiten sind hier überhaupt noch nicht in Aktion. Sie alle sind einander spinnefeind. Die zwei klapprigen Kriegsschiffe des Iran sind nicht durch den Suezkanal nach Latakia geschippert, um Israel zu provozieren, sondern um den sunnitischen Muslimbrüdern eine Ansage zu machen: Wagt es nicht, euere Glaubensbrüder in Syrien von der Kette zu lassen! (25)

4. März 2011

Quellen

(1) Méditerranée. Le patron de l´UpM jette l´Ã©ponge. L´Indépendant,
27 janvier 2011, p. 13
http://tinyurl.com/6dghfdx

Le patron de l´UpM jette l´Ã©ponge. L´Economiste du Maroc, 27 janvier 2011
http://www.leconomiste.com/article/le-patron-de-l-upm-jette- l-eponge

(2) Das Traumziel wird zum Albtraum. Von Burkhard Birke, Deutschlandfunk,
28. Januar 2011
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1375081/

Union pour la Méditerranée in meinem Archiv
http://tinyurl.com/388o4vy

(3) Merkel warnt Israel vor Stillstand. Von Philipp Wittstock, SpiegelOnline,
1. Februar 2011
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,742964,00.html

Miri-Familie. Google.de 414 Ergebnisse
http://tinyurl.com/4omm43p

(4) Bundeskanzlerin Merkel telefoniert mit Mubarak - El Baradei meldet Führungsanspruch in Ägypten an. dradio.de, 30. Januar 2011
http://www.dradio.de/nachrichten/201101302100/1

(5) Flash: Egyptian ´Moderate Democratic´ Leader Negotiating Coalition Government With Islamists. By Barry Rubin, GLORIA Center, January 31, 2011
http://tinyurl.com/63ju3ud

If ElBaradei Can´t Tell the Truth About the Muslim Brotherhood, He Can´t Master It. By Barry Rubin, February 1, 2011
http://rubinreports.blogspot.com/2011/02/if-elbaradei-cant-t ell-truth-about.html

Muslim Brotherhood launches online petition in support of ElBaradei.
By Meedan, 6 months ago
http://news.meedan.net/index.php?page=events&post_id=303157

(6) Being Hosni Mubarak. By Bret Stephens, Opinion Journal.
The Wall Street Journal, February 1, 2011. Now Lebanon
(Titel in die Google-Suchfunktion, so den ganzen Artikel aufrufen)
http://nowlebanon.com/NewsArticleDetails.aspx?ID=236375

(7) Elder Toons. Egypt´s choice. Elder of Ziyon, January 30, 2011
http://elderofziyon.blogspot.com/2011/01/eldertoons-egypts-c hoice.html

(8) Das "Projekt" der Muslimbruderschaft, vom 1. Dezember 1982
http://www.eussner.net/artikel_2008-03-21_19-25-15.html

(9) Merkel Receives IAEA Director General El Baradei, LIFE, March 27, 2006
http://www.life.com/image/57191029

(10) Public Opinion in the Islamic World on Terrorism, al Qaeda, and US Policies.
Steven Kull. Clay Ramsay, Stephen Weber, Evan Lewis, Ebrahim Mohseni,
World Public Opinion, University of Maryland, February 25, 2009
http://www.worldpublicopinion.org/pipa/pdf/feb09/STARTII_Feb 09_rpt.pdf

(11) "Das Volk hat das Zepter in die Hand genommen".
Interview mit Hamed Abdel-Samad. Interview: Philipp Engel, Cicero,
2. Februar 2011
http://tinyurl.com/5vmue9p

(12) Hamed Abdel-Samad: Der Untergang der islamischen Welt.
6. Dezember 2010
http://www.eussner.net/artikel_2010-12-06_20-26-18.html

(13) Mubaraks Kavallerie schlägt zu. Tagesschau.de, 2. Februar 2011
http://www.tagesschau.de/ausland/mubarak128.html

(14) Arab sentenced to prison for selling land to Jews. Elder of Ziyon,
February 1, 2011
http://tinyurl.com/5v23tt5

Jordanian Nationality Law, Article 3 of Law No. 6 of 1954,
Official Gazette No. 1171, February 16, 1954 (last amended 1987).
The UN Refugee Agency (UNHCR)
http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?docid =3ae6b4ea13

(15) Les régimes arabes toujours loin de l´ouverture politique.
Par Georges Malbrunot, Le Figaro, 28 janvier 2011
http://tinyurl.com/4op4kap

(16) Al-Dschasira liefert die Euphorie zur Revolution. Von Michael Stürmer,
WeltOnline, 30. Januar 2011
http://tinyurl.com/4oov5ss

(17) Middle East Info
http://www.middle-east-info.org/

(18) Muslim Brotherhood wants end to Egypt-Israeli peace deal.
RIA Novosti Tokyo, February 3, 2011
http://en.rian.ru/world/20110203/162433368.html

"Rashad al-Bayoumi" "Egypt-Israel peace". Google.de 74 Ergebnisse
http://tinyurl.com/6lan5ng

(19) Frankreich. Allparteienkartell gegen Israel schickt ein Schiff nach Gaza.
1. Januar 2011
http://www.eussner.net/artikel_2011-01-01_19-05-00.html

(20) Speech Geert Wilders, Tel Aviv, December 5, 2010
http://tinyurl.com/293eno8

(21) Islamische Aktionsfront. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Aktionsfront

Arabische Welt. Jordanischer König entlässt Regierung. FAZ.net,
1. Februar 2011
http://tinyurl.com/48gxjvq

(22) Lee Smith: The Strong Horse. Random House, 2010
http://www.randomhouse.com/catalog/display.pperl/97803855161 12.html

(23) Westerwelle: "Nichts wird sein, wie es war." Interview mit
Sven Gösmann und Michael Bröcker, Rheinischen Post, 5. Februar 2011
http://tinyurl.com/5wch98l

(24) Israel-Jordan Peace Treaty, October 26, 1994
Israel Ministry of Foreign Affairs
http://tinyurl.com/9do2z

Jordan Israel Peace Treaty. Google.de 626 000 Ergebnisse
http://tinyurl.com/6bfurjs

(25) Bahrain: Messerkämpfe zwischen Sunniten und Schiiten.
Von dpa und ar-Reuters, WeltOnline, 4. März 2011
http://tinyurl.com/4axgs5l

Siehe auch:

Positionen. Schnellkurs in Revolutionsdynamik. Von Michael Wolffsohn, Tagespiegel, 3. Februar 2011
http://tinyurl.com/6badgpn

Why Egypt Will Not Soon Become Democratic. By Daniel Pipes,
February 4, 2011
http://www.danielpipes.org/9420/democratic-egypt

Dangerously underestimating the Muslim Brotherhood. By David Horovitz,
Jerusalem Post, February 6, 2011
http://tinyurl.com/4qbqka7

The Way Forward in Egypt. By Bret Stephens, The Wall Street Journal,
February 8, 2011
http://www.luxlibertas.com/the-way-forward-in-egypt/

The Way Forward in Egypt. By Bret Stephens, Google News,
February 7, 2011
http://tinyurl.com/6fg994t


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