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Rechts ´n Hakenkreuz, links ´ne Moschee - oder umgekehrt?

Betrachtet man den Aufruf zum Anti-Islamisierungskongress der B├╝rgerbewegung Pro-K├Âln, so sieht man, wie sehr die Rechtsextremen die Moscheen lieben. Erst malen sie eine davon an prominenter Stelle auf, um sie dann mit d├╝nnem roten Pinselchen durchzustreichen. (1)

Es ist wie beim Fahnenpinkler der Gr├╝nen Daniel Eichler, aus Aschaffenburg; auch er l├Ą├čt sich wie die Mitglieder und Sympathisanten von Pro-K├Âln das Dagegensein nicht verbieten. Das haben Linksradikale mit Rechtsextremen gemein, sie lieben die Hakenkreuze. Sie tragen sie auf T-Shirts, sie kleben sie an Hausw├Ąnde, und damit es nicht auff├Ąllt, wie sehr sie von Hakenkreuzen fasziniert sind, streichen auch sie mit d├╝nnem roten Strich dar├╝ber. (2)

Daniel Eichler ist einer von zig K├Ąmpfern, wie sie in einer gr├╝nen Bildergalerie verewigt sind unter dem Titel: Hilfe, wir machen uns strafbar. Die Bildergalerie gibt den Eindruck wieder von einem Meer von Hakenkreuzen, sie machen den Aufm├Ąrschen auf den Reichsparteitagen alle Ehre. (3)

Die Linksradikalen und die Rechtsextremen haben noch mehr miteinander gemein; denn Moscheen lieben ebenfalls beide, wenn sie auch einiges tun, um einen anderen Eindruck entstehen zu lassen; man schaue sich daraufhin den Aufruf Nein zur Islamisierung! von Pro-K├Âln genauer an. Als Teilnehmer an der Demo wird Jean-Marie Le Pen aufgef├╝hrt, der nichts gegen den Islam in Frankreich und Europa einzuwenden hat; er ist daf├╝r, da├č muslimische M├Ądchen in der Schule Kopftuch tragen, von einem Gesetz zum Kopftuchverbot in Schulen h├Ąlt er nichts. Als Grund daf├╝r hat Jean-Marie Le Pen ge├Ąu├čert, da├č m├Âglichst alle muslimischen Frauen und M├Ądchen Kopftuch tragen sollten, damit seine Landsleute sehen k├Ânnten, wie ├╝berfremdet Frankreich sei. Er hat keine Probleme damit, da├č das Kopftuch die Unterwerfung der Frau unter den Mann bedeutet. (4)

In der Grundsatzerkl├Ąrung des Front National zur Au├čenpolitik billigt Jean-Marie Le Pen den Iranern Nuklearwaffen zu, weil auch andere Nationen sie h├Ątten, was als Anspielung auf Israel gelten kann. Er h├Ąlt die Hezbollah als politische Partei f├╝r eine Organisation, mit der zu verhandeln sei. Eine kritische, gar eine entscheidende Rolle des Islams im Nahostkonflikt gibt es wie f├╝r die anderen europ├Ąischen Parteien auch f├╝r den Front National nicht. (5)

FP├ľ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache, der ebenfalls als Redner auf dem Kongre├č auftreten soll, meint wie Jean-Marie Le Pen, da├č der Iran wie jeder andere Staat das Recht auf ein ziviles Atomprogramm habe. Die Unbedenklichkeit liefert ihm die CIA. (6)

Rechtsextreme haben auf Grund ihrer Affinit├Ąt zur totalit├Ąren Politideologie Islam nichts gegen diesen, im Gegenteil, sie wollen nur keine ├ťberfremdung Europas durch Muslime, und Minarette an den Moscheen sind ihnen als Ausdruck der Herrschaft des Islams in Europa besonders verha├čt. In den muslimischen L├Ąndern ist f├╝r sie der Islam am besten aufgehoben, und im Ernstfall halten sie immer mit den Muslimen, ob es gegen die Serben geht oder gegen die Juden und Israel, getarnt als Antizionismus. Der rechtsextreme Vordenker f├╝r diese Ideologie ist in Frankreich Alain de Benoist, der das Kopftuch f├╝r ein St├╝ckchen Stoff h├Ąlt, um das nicht viel Aufhebens zu machen sei. (7)

Am 27. M├Ąrz 1999 unterst├╝tzt der Mitbegr├╝nder der B├╝rgerbewegung Pro-K├Âln Manfred Rouhs den Krieg gegen Jugoslawien; es ist nicht die Rede vom undemokratischen gef├Ąhrlichen Islam und dem Wirken der islamischen Terroristen im Kosovo, sondern die Terroristen der UCK sind f├╝r ihn Befreiungsnationalisten:

"Aber auch, wenn das an der amerikanischen Ostk├╝ste in Wahrheit niemanden interessiert, werden die Menschen im Kosovo vom absehbaren Sieg der NATO profitieren. In der Auseinandersetzung mit Serbien sind die Albaner im Recht. Die Befreiungsnationalisten der UCK fordern die Vereinigung ihrer Heimat mit dem albanischen Mutterland, die ihnen Milosevic verweigert ..." (8)

So sieht Pro-K├Âln den Islam, und deshalb steht eine Kritik an dieser Ideologie nicht an, sondern die Sorgen der B├╝rger ├╝ber die Islamisierung Deutschlands werden zur Erreichung parteipolitischer Zwecke eingesetzt - ein Coup, der gelingen k├Ânnte, weil Bundesregierung und Beh├Ârden sowie die Parteien, von der CDU/CSU bis zur Linken, ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, nichts gegen die Ausbreitung des politischen Islams in Deutschland tun, sondern mit ihm gemeinsame Sache machen. Mein Archiv ist voll von Beispielen daf├╝r, siehe Alois Gl├╝ck und Penzberg. (9)

Der Initiator des Anti-Islamisierungskongresses in K├Âln Markus Beisicht, der Mitbegr├╝nder und Vorsitzende von Pro K├Âln und Pro NRW, best├Ątigt in einem Interview mit der Jungen Freiheit, da├č Islamkritik f├╝r Pro-K├Âln und Pro-NRW Teil eines rechten Parteiprojektes ist: Das Thema Islamisierung dr├╝ckt die Menschen und es liegt uns politisch nahe, also haben wir es uns ausgesucht. Wir haben nach Inhalten Ausschau gehalten und waren anfangs selbst ├╝berrascht, welche au├čerordentliche Resonanz wir mit dem Thema gefunden haben. Gerade in Gro├čst├Ądten kann man damit punkten! Wir haben die Marktl├╝cke besetzt, und es ist uns der Einbruch in Schichten gelungen, die wir sonst nicht erreicht h├Ątten. (10)

Beim Ausschauen nach geeigneten Themen f├╝r ein Parteiprojekt ist die B├╝rgerbewegung Pro-K├Âln auf die Islamisierung gesto├čen, es h├Ątte demnach auch ein anderes Thema sein k├Ânnen, wenn es den Zweck erf├╝llt h├Ątte.

Jean-Marie Le Pen hat wie Heinz-Christian Strache anderer politischer Verpflichtungen wegen den Veranstaltern von Pro-K├Âln abgesagt. Es gibt jetzt kein Wiedersehen mit Manfred Rouhs, dem alten Bekannten. Im Dezember 1996 diskutieren auf Einladung Jean-Marie Le Pens im Europaparlament in Stra├čburg u.a. Peter Dehoust, Manfred Rouhs und Franz Sch├Ânhuber mit den Spitzen des Front National und des belgischen Vlaams Blok. (11)

Heinz-Christian Strache richtet eine mehr als viertelst├╝ndige Gru├čansprache an die Kongre├čteilnehmer; in ihr wiederholt er mehrfach, da├č er den Islam ├Ąu├čerst wertsch├Ątze, nur bitte m├Âchte die Politideologie Islam aus Europa fernbleiben. (12)

Nun zu den Gegnern des Anti-Islamisierungskongresses: sie sind nicht anders als die Pro-K├Âlner und ihre Anh├Ąnger. Ein Blick auf den Antifa-Mobi-Block macht das deutlich. Dort tummeln sich "Islamkenner", die den Islam wie die von ihnen bek├Ąmpften Pro-K├Âlner zur Erreichung anderer politischer Zwecke benutzen. Im Artikel Die Entmenschlichung des politischen Gegners habe ich einiges dazu geschrieben. (13)

Feel the difference hei├čt das Motto der Konferenz der Antifa. Diesen Unterschied f├╝hlt zun├Ąchst Hartmut Krauss, den man angeblich von der Konferenz ausgeladen hat, was bis heute mittels Durchstreichen seines Namens im Programm dokumentiert ist: ausgemerzt, fertig. Drei Mitglieder von Pro-K├Âln sp├╝ren die difference k├Ârperlich, sie werden von Rollkommandos der "Antifaschisten" t├Ątlich angegriffen und m├╝ssen zur Behandlung ins Krankenhaus, die Antifa br├╝stet sich damit und stellt Fotos der l├Ądierten M├Ąnner auf die Site, es sind Manfred Rouhs, Bernd M. Schoeppe und Hans-Martin Breninek. (14)

Die Texte zur Konferenz zeigen, da├č keinen der Teilnehmer auch nur im geringsten interessiert, was Moscheen in unserer Gesellschaft bedeuten. Moscheebau wird nicht erw├Ąhnt, also das Thema, das der Anti-Islamisierungskongress ins Zentrum r├╝ckt, ist der Konferenz der "Antifaschisten" keinen Kommentar wert. (15)

Den Koran scheint niemand gelesen zu haben, sondern wie die Pro-Parteien bedienen die "Antifaschisten" zur Gewinnung von Anh├Ąngern die Vorurteile ihrer Klientel; sie benutzen dazu ihr bew├Ąhrtes Vokabular. Einer der Konferenzteilnehmer erkl├Ąrt mir, da├č er sich nach der Ausladung des Hartmut Krauss nicht veranla├čt sehe, seinerseits abzusagen, da er auf der Konferenz junge Menschen erreichen wolle. Wozu, bitte, nach dieser virtuellen Beseitigung des unliebsamen Kritikers? Auch die auf dem Antifa-Mobi-Block vorgef├╝hrten Pr├╝gelfotos der Pro-K├Âlner k├Ânnen niemanden der Referenten und Podiumsteilnehmer von der Mitwirkung abhalten. (16)

Die politischen An- und Absichten der "Antifaschisten" liest man am besten in ihrer Rubrik News. Die SA h├Ątte an den Maulhelden, Randalierern, Blockierern und Schl├Ągern ihre Freude gehabt. (17)

Links ´n Hakenkreuz, rechts ´ne Moschee!

So sieht´s auch Moishe Hundesohn als Moishe Poppensp├Ąler: (18)

Die schwarrze Antifa-SA
marrschierrt und prr├╝gelt wunderbar,
wie meine Mannen schwarrz und brraun,
f├╝rwahr, es ist sch├Ân anzuschaun!
Auch ich warr multikulturrell,
mein grro├čes Rrreich ein V├Âlkerrquell!
Den Islam hab ich stets gesch├Ątzt,
weil err wie ich die Juden hetzt!
...
Die Volksfrront ist nicht l├Ąngerr brraun,
heut ist sie gelb, rrot, grr├╝n zu schaun!
...

19./26. September 2008

Quellen

(1) Nein zur Islamisierung. Pro-K├Âln, Pro-NRW
http://www.pro-koeln.org/images_neu/Aufruf,%20deutsch.pdf

(2) Daniel Eichler l├Ą├čt sich das Dagegensein nicht verbieten
http://tinyurl.com/4g3c86

(3) Bildergalerie: Bilder im Jahr 2006 / Hilfe, wir machen uns strafbar
http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/fotogalerie/jahr2006/8 79a/index.html

Daniel Eichler oder: Die Gr├╝ne Jugend und ihr antifaschistischer Kampf. 5. Juni 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-06-05_00-11-23.html

(4) D├ębat. La gauche et le foulard, survivreausida.net, 14 janvier 2004
http://survivreausida.net/a5749-debat-la-gauche-et-le-foular d.html

(5) Front National. Politique ├ętrang├Ęre. Le Moyen Orient
http://tinyurl.com/542nvg

(6) Strache lehnt Sanktionen gegen den Iran ab. Die Presse, 11. Dezember 2007
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/348645/index .do

(7) Sur le foulard islamique - Alain de Benoist. R├ęponse ├á une enqu├¬te (2004)
http://tinyurl.com/4smo5u

(8) Im Auge des Tornados. DISS-Journal, Sonderheft (Mai 1999), aus den DISS Archiv-Notizen M├Ąrz 1999 - Stefan Jacoby
http://tinyurl.com/4hvjwa

Zerst├Ârung von Kirchen und Kl├Âstern. KFOR und NATO im Kosovo. 11. M├Ąrz 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-03-11_01-35-11.html

(9) Die Islamisierung Deutschlands und Europas von M├╝nchen aus
http://www.eussner.net/artikel_2008-01-08_01-31-17.html

Die Murabitun in Bayern. 9. Januar 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-01-09_22-58-25.html

(10) "Wir sind die Stimme der B├╝rger". Von Moritz Schwarz, Junge Freiheit,
16. September 2008
http://tinyurl.com/4fgr6d

(11) Dehoust, Peter: geb. 1936 alias: Peter Degner
http://www.infoladen.de/il/sljena/archiv/verbind/dehoust.htm

(12) Programm der Antifa-Konferenz. Antifa-Mobi-Block
http://september.web-republic.de/September/wordpress/?page_i d=106

Die Entmenschlichung des politischen Gegners. 16. August 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-08-16_23-26-27.html

(13) Gru├čbotschaft von HC Strache. Pro K├Âln und NRW, 19. September 2008
http://www.pro-koeln.org/images08/hcstrache.wmv

(14) "Wo ist der Fehler?" ... Von Arthur Winkelbach, Antifa-Mobi-Block,
22. August 2008
http://september.web-republic.de/September/wordpress/?p=196

(15) Moschee-Areale im Westen, vom Islam erobertes Gebiet. 23. Oktober 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-10-23_17-04-23.html

(16) Texte. Antifa-Mobi-Block
http://september.web-republic.de/September/wordpress/?page_i d=26

(17) News. Antifa-Mobi-Block
http://september.web-republic.de/September/wordpress/

(18) Moishe Poppensp├Ąler. Von Daniel Haw, israeli-art.com, 26. September 2008
http://www.israeli-art.com/satire/poppenspaeler.htm


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2008-09-19_00-49-12.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 21.02.2017, 16:38 Uhr