
Die Delegation der Islamischen Kultur- und Kommunikationsorganisation
Es ist faszinierend zu sehen, wie in den Kommentaren zu meinem Gastbeitrag auf PI nach anfänglichen Bemerkungen über die Teilnehmer, auch über einige aus der katholischen Delegation, zum Schluß wieder allein der Inhalt des Treffens im Mittelpunkt steht, und die schiitische Delegation abhanden kommt und vergessen ist. Heta liefert in Kommentar # 25 den Höhepunkt dieses Abdriftens, und man ist weit entfernt von dem von mir behandelten Thema, das damit erledigt scheint. (1)
Mein Beitrag ist aber ausdrücklich eine Antwort auf die einseitige Betonung des Inhalts, wie er bei PI im Artikel Papst entdeckt Gemeinsamkeiten mit Islam dargestellt wird. (2)
Wie Alan Posener in der WELT zeigt, kann das Thema, wer von Seiten der Schiiten am Treffen teilnimmt, ganz und gar nicht erledigt sein, sondern seine Informationen über Dr. Mehdi Ahari Mostafavi sollten dazu führen, sich die weiteren Delegationsmitglieder anzusehen; es sind sieben. (3)
Das schmälert nicht das Verdienst von Heta, den PI-Lesern den Artikel des ägyptischen Jesuiten Samir Khalid Samir vorgestellt zu haben:
"Der Islam hat eine ganz andere Totalität der Lebensordnung, er umgreift einfach alles, und seine Lebensordnung ist anders als die unsere. Es gibt eine ganz deutliche Unterordnung der Frau unter den Mann, es gibt eine sehr festgefügte und unseren modernen Gesellschaftsvorstellungen entgegensetzte Ordnung des Strafrechts, der ganzen Lebensbezüge. Darüber muss man sich klar sein, dass er nicht einfach eine Konfession ist, die man in den freiheitlichen Raum der pluralistischen Gemeinschaft einbezieht." Bei dem erwähnten "Seminar" 2005 in der päpstlichen Sommerresidenz in Castelgandolfo, Thema: Islam, war Samir einer der beiden Referenten. (4)
Vielen Dank dafür!
Dr. Mehdi Ahari Mostafavi
Seine Exzellenz Dr. Mehdi Ahari Mostafavi, Präsident der Islamic Culture and Relations Organisation (ICCO), leitet die Delegation des Sechsten Treffens von Vertretern des Vatikans und schiitischer Muslime, in Rom, vom 28. bis 30. April 2008. Die sieben Mitglieder der Delegation sind: (5)
- Hojjat al-Islam Dr. Mohammad Jafar Elmi
- Hojjat al-Islam Dr. Mohammad Masjedjamei
- Dr. Abdolrahim Gavahi
- Hojjat al-Islam Dr. Seyyed Mahdi Khamoushi
- Hojjat al-Islam Dr. Hamid Parsania
- Dr. Rasoul Rasoulipour
- Mr. Mohsen Daneshmand
Über den Delegationsleiter informiert der Artikel Mehdi Ahari Mostafavi mit einer Delegation im Vatikan. (6)
Alan Posener bringt zusätzliche Informationen, darunter die, daß es sich bei Mehdi Ahari Mostafavi um den ehemaligen Botschafter des Iran in Bonn handelt. Er wird trotz des Protestes des Außenministeriums der USA bei der Bonner Regierung im Jahre 1987 zum Botschafter des Iran ernannt. In den USA ist Ronald Reagan zu der Zeit Präsident: Das Außenministerium teilte heute mit, daß es Erkenntnisse habe, daß der neue Botschafter in Westdeutschland einer der militanten Studenten war, der 1979 in die Geiselnahme der Amerikaner in der US-Botschaft in Teheran verwickelt war. (7)
Mohammad Mohaddessin schreibt in seinem Buch Islamic Fundamentalism. The New Global Threat über Mehdi Ahari Mostafavi: (8)
Die iranische Botschaft in Bonn ist ein Kommandozentrum, und das Khaneh Behdasht-e-Iran (das Hygiene-Haus des Iran?, das Haus der Gesundheitspflege des Iran? - Mein Persisch wird immer schlechter!), in Köln, ist ein weiteres logistisches Hauptquartier für die terroristischen Operationen des Regimes in Europa. Die Spitzenbeamten in Deutschland wurden unter denjenigen ausgewählt, die einen vorherigen Hintergrund und Erfahrungen in terroristischen Aktivitäten haben. Mehdi Ahari-Mostafavi, Teherans ehemaliger Botschafter in Bonn, war einer der Studenten, die die US-Botschaft in Teheran besetzten. Er baute ebenfalls Irans Terrornetzwerk in Österreich auf. (9)
Da der Autor ein Mitglied des National Council of Resistance of Iran (NCR) der Maryam Radjavi ist, sollte man die Informationen über die Verwicklung des Mehdi Ahari Mostafavi kritisch und mit Vorsicht betrachten; denn sie stammen aus einer Zeit, als diese Gruppe eine von Saddam Hussein ausgehaltene und in seinem Krieg gegen den Iran eingesetzte, mit Gewehren und Panzern bewaffnete maoistisch-islamische Kampftruppe mit Tausenden von Kämpfern war. Leider sind die Fotos von 1991 der Maryam Radjavi mit Fahimeh Arvani, ihrer Nachfolgerin in der Gunst ihres Ehemannes Massoud Radjavi, nicht mehr im Internet zu finden. Zwei ernst blickende, ganz der revolutionären Sache verschriebene Frauen in Mao-Uniformen und roten Kopftüchern, im Vordergrund die ältere frustriert, die jüngere liebreizend im Hintergrund. Wenn die Erkenntnisse des US-Außenministeriums von dort stammen, vielleicht noch redigiert von Michael A. Ledeen, dann sollte man sie entsprechend einordnen. Hinzu kommt, daß die heute so freundlich daherkommenden Anhänger der Maryam Radjavi seinerzeit die Aktivitäten der Geiselnahme unterstützen, darüber täuschen auch keine lila und andere pastellfarbene Kopftücher und persischer Kitsch bei Kundgebungen des NCR hinweg. (10)
Die Feier des NCR zum Geburtstag des Propheten Mohammed, vom 22. März 2008, möge einen Eindruck vermitteln, was von dieser Oppositionsgruppe zu erwarten war, ist und sein wird: Opportunismus und Machtstreben um jeden Preis. (11)
Aber zurück zu Dr. Mehdi Ahari Mostafavi: Er ist bzw. war mindestens bis Mitte Juli 2007 Erster Stellvertretender Außenminister; auf der Site des Außenministeriums wird er nicht aufgeführt. Seit Oktober 2007 ist er Leiter der Islamic Culture and Communication Organization (ICCO), der Organisation für islamische Kultur und Kommunikation. (12)
Mehdi Ahari Mostafavi ist der gegenwärtige iranische Stellvertretende Außenminister, weiß Wikia.com. (13)
Hojjat al-Islam Dr. Mohammad Jafar Elmi
Dem interreligiösen Dialog begegnet man gleich beim erstgenannten Delegationsmitglied, Dr. Mohammad Jafar Elmi, er ist Principal of the Islamic College for Advanced Studies, London, Rektor des Kollegs für Fortgeschrittene Studien des Islams, eine der zahlreichen Institutionen, die Islamologen und da´wa-Prediger statt Orientalisten ausbilden. Mit Islamwissenschaft hat das Studium nichts zu tun; denn es handelt sich von vornherein um ein im Sinne des Islams parteiliches Herangehen an die Materie. Wie man der Zielsetzung des B.A.-Studiums entnimmt, ist ein etwaiges Infragestellen der Lehre der Politideologie Islam nicht vorgesehen: (14)
Wir zielen darauf,
Die Erklärungen zum Magisterstudium bestätigen diesen Eindruck. In den Kursen werden muslimische Kader geschult, die der Islamisierung Großbritanniens und darüber hinaus dienen. Es sind gehobene Koranschulen: Der Magister-Kurs in Islamischen Studien im ICAS zielt darauf, das allgemeine Islam-Verständnis des Studenten innerhalb historischer und moderner Kontexte zu vertiefen, während ihm die Gelegenheit gegeben wird, Koran, Hadith und andere islamische Texte intensiv zu studieren. (15)
Der Skandal ist, daß die Abschlüsse der Studien von der Middlesex University in London als vollgültige akademische Studien anerkannt werden. (16)
Im dem von einem Jesuiten geleiteten Center for Christianity and Interreligious Dialogue, Heythrop College, University of London, dem Zentrum für Christentum und interreligiösen Dialog des Heythrop College der Universität von London, veröffentlicht Dr. Mohammad Jafar Elmi in einem Sammelband zum Thema Katholiken und die Schi´a im Dialog den Beitrag Gottes Wort und Offenbarung. Ein Blickwinkel der Schi´a.
Auch die übrigen Beiträge des Sammelbandes sind aufschlußreich. Alles, was schon immer nicht stimmt an den Vergleichen des Jesus und der Maria der Christen mit dem Propheten Jesus und der Mirjam des Koran wird behandelt. Meine Leser kennen das bereits von Otto Kallscheuers Exerzitien, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. (17)
Mitherausgeber Scheich Dr. Muhammad Ali Shomali hält akademische Abschlüsse des Islamischen Seminars von Qom sowie B.A. und M.A. der Universität von Teheran in westlicher Philosophie. Promoviert hat er in Philosophie an der Universität von Manchester. Dort ist er Direktor des Manchester Islamic Institute.
Er ist Abteilungsleiter für religiöse Studien am Imam Khomeini Education and Research Institute, in Qom. Im Herbst 2007 hat er einen einjährigen Forschungsaufenthalt am Heythrop College beendet. Er hat auch an der Faculty of Oriental Studies, Cambridge, gelehrt. Das sind die Höhepunkte des Lebens, wie sie aus den britischen Klöstern berichtet werden. Konferenzen, Seminare, Treffen, Gespräche mit islamischen Predigern, abwechselnd in Großbritannien und in einem islamischen Land, dafür gibt man seinen Christen-Gott schon einmal für eine Weile beim Küster ab. (18)
Seine Vorträge in englischer Sprache vor bekopftuchten, bis zu den Knöcheln verhüllten jungen Frauen und, hinter ihnen lümmelnd, gelangweilten Männern, gibt´s per Video auf ShiaTV: Feminismus, Part 1-3, Islam und Sexualität, Aufbau des Selbst. Wer sich einen Eindruck verschaffen will, welch ein niedriges Niveau die schiitische Lehre hat, wenn es um anderes geht als um das Wiederkäuen jahrhundertealter Lehren, der genehmige sich beispielsweise das Video Self Building - Day 1 oder Feminism, Part 1; dagegen sind die sonntäglichen Statements von Anne Will Habilitationsvorträge. (19)
Der Sammelband ist das Ergebnis einer Konferenz des Zentrums für Christentum und interreligiösen Dialog und der Abtei von Ampleforth, Juli 2003. Einer der katholischen Teilnehmer ist eigens aus Rom zum eintägigen Treffen geeilt. (20)
Ein Foto des Papstes Johannes Paul II, wie er von einem schiitischen Ayatollah ein Exemplar des Heiligen Korans erhält, ziert das papierne Konferenzergebnis. (21)
Die Katholiken, angeführt von ihrem verstorbenen Pontifex Maximus Johannes Paul II, machen sich seit Jahrzehnten ohne jede Scham mit dem Islam gemein. Dieser Papst geht so weit, am 14. Mai 1999 vor den Augen der Welt den Koran zu küssen, den er von einer irakischen Delegation überreicht bekommt. Auch Bankiers und andere nicht-predigende Mitglieder sind in der Delegation vertreten. Die Politik des Vatikans wird bis heute stark beeinflußt vom Personal, das Johannes Paul II nach Rom geholt hat. (22)
Hojjat al-Islam Dr. Mohammad Masjedjamei
Mit ihm ist´s einfach, im englischsprachigen Google finden sich keine Informationen. Unter Mohammad Masjed-Jamaei gibt´s einen Mathematiker an der Toosi University of Technology, Tehran, Iran. Der kann´s wohl kaum sein; denn er findet eine mathematische Lösung: A generic polynomial solution for the differential equation of hypergeometric type and six sequences of orthogonal polynominals related to it.
Dr. Abdolrahim Gavahi
Das Delegationsmitglied ist Beamter des iranischen Außenministeriums: Geboren 1944 in Teheran, hat Dr. Gavahi an der Universität von Uppsala zum Thema Comparative Religious Studies, Vergleichende religiöse Studien promoviert. Dr. Gavahi hat zahlreiche Regierungsposten innegehabt, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, er lehrt seit 25 Jahren an verschiedenen Universitäten foreign religions, fremdländische Religionen, und ist der Autor/Übersetzer von mehr als 35 Büchern und 50 Artikeln. Gegenwärtig ist er ein Mitglied des Council of Cultural Relations, des Rates für kulturelle Beziehungen, des Außenministeriums und Präsident des World Religions Research Center, des Zentrums zur Erforschung der Weltreligionen. (23)
Der Betreuer seiner Dissertation zum Thema Die islamische Revolution des Iran; konzeptuelle Aspekte und religiöse Dimensionen ist Prof. Dr. Jan Bergman, Uppsala Universität. (24)
Prof. Dr. Jan Bergman ist Ende der 80er Jahre Mittelpunkt der nach ihm benannten Affäre des Antisemitismus in der schwedischen Akademikerschaft. Der Professor macht sich einen Namen als Verteidiger der schlimmsten, bis Mitte der 80er Jahre in Schweden in ihrer Intensität und Niedertracht nicht vernommenen antisemitischen Ausfälle des aus Marokko stammenden naturalisierten Schweden Ahmed Rami, Betreiber der lokalen Radiostation Radio Islam. Ahmed Rami beteiligt sich im Jahr 2006 am Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb des Iran. (25)
1989 wird Ahmed Rami angeklagt und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Dr. Jan Bergman, Professor für Religionsgeschichte mit Spezialgebiet Religionen des Nahen Ostens, an der Theologischen Fakultät, sagt im Prozeß als Zeuge für ihn aus.
Über die antisemitischen Hetzreden des Ahmed Rami hinaus trägt der Professor weitere Erklärungen über den Judaismus vor, beispielsweise, daß es eine mitzwa, ein Gebot, für Juden sei, Nichtjuden zu töten, diese mitzwa werde gegenwärtig entsprechend der halachischen Regeln reichlich von den Juden erfüllt; die israelische Armee lehre ihre Soldaten, daß sie in gewissen Situationen nichtjüdische Zivilisten nicht nur töten dürften, sondern dies müßten; Schüler, Mitglieder der Kibbutzim und Soldaten der israelischen Armee würden erzogen, "blind zu gehorchen", und so bereit zu sein, "sogar ihre eigenen Söhne zu töten", nicht zu reden ihre Feinde; es gebe, Jan Bergman wisse aber nicht, wo, jüdische Interpretationen, von denen "er sich vorstellen könne", daß sie sagten, etwas besonders Gutes sei es, nichtjüdische Kinder zu töten. (26)
Der Artikel von Julian Ilicki und Stéphane Bruchfeld ist lesenswert, erfährt man so doch ziemlich genau, um wen es sich bei dem Hochschullehrer des Delegationsmitgliedes Abdolrahim Gavahi handelt, und was man von ihm und den religiösen Dimensionen der islamischen Revolution des Iran erwarten kann: Antisemitismus, Judenhaß.
Hojjat al-Islam Dr. Seyyed Mahdi Khamoushi
Dieses Delegationsmitglied wird als direkter Nachkomme der Familie des Propheten angesehen, daher der Titel Sayyed vor seinem Namen. Er ist Leiter der von Iran Daily so genannten Islamic Propagation Organization, vom SCCR wird sie als Nr. 4 unter den Kulturinstitutionen treffender bezeichnet als Organization of Islamic Propaganda, was deutlicher zeigt, worum es geht, um die Propagierung des Islam. (27)
"Islamische Propagandaorganisation" und "Organisation islamischer Propaganda" gibt zwei verschiedene Stoßrichtungen, wenngleich beide Übersetzungen aus derselben persischen Bezeichnung stammen. Der Unterschied mag aber auch einfach an einer Ungenauigkeit der Übersetzung liegen. Die auf Weisung des Imams Ruhollah Khomeini von Ayatollah Ahmad Jannati, dem Vorsitzenden des Wächterrates, am 21. Juni 1981 eingerichtete öffentliche Nicht-Regierungsorganisation sei eine der wichtigsten religiösen Institutionen des Landes, verkündet sie auf ihrer Site. Der Wächterrat überprüft alle Gesetze, Regeln und Anordnungen des Irans auf ihre Konformität mit der Scharia. (28)
Die Ziele der Organisation sind:
Loyalität dem Obersten Führer gegenüber und die Idee logischer und praktischer Verpflichtung zu derartiger Loyalität sind oberstes Gebot. Hojjat al-Islam Dr. Seyyed Mahdi Khamoushi hat die genannten Ziele der Organisation gegen die Arroganz der Welt durchzusetzen, seine Hauptaufgaben sind
Im In- und Ausland ist seine Hauptaufgabe
Dieser Organisation steht das Delegationsmitglied Hojjat al-Islam Dr. Seyyed Mahdi Khamoushi vor, fürwahr ein qualifizierter Dialogpartner des Vatikan.
Hojjat al-Islam Dr. Hamid Parsania
Der 50-jährige ist ein schiitischer Philosoph, bei dem man die starke Neigung zu den Sufis sofort erkennt. 1996 promoviert er summa cum laude, oder was die orthodoxen Ayatollahs von Qom dafür halten, am Theologischen Seminar von Qom. (30)
Sein vielzitiertes Werk nennt er Existence and the Fall, Leben und der Fall bzw. der Abstieg. In dem der Mensch hervorragt, Unbhängigkeit suchend, fällt er recht eigentlich ... fort von seinem Ursprung und Prinzip - sich distanzierend und noch relativer und begrenzter werdend. Denn das Leben schließt den Fall ein und gibt ihn vor. Des Menschen Rückkehr bedeutet, daß er zu seinem Ursprung zurückgeht ... (31)
Man hört das Schilfrohr des Jalal ud-Din Maulana Rumi (1207 - 1273) flöten und klagen, und man sieht, daß der Mystiker Hamid Parsania in 725 Jahren nicht viel zugeliefert hat: Die Rohrflöte, die ney, die wie kaum ein anderes Musikinstrument auf der Welt sehnsüchtige Töne von sich geben kann, weil sie kein Mundstück besitzt und vom Musiker deshalb eine besonders zarte und aufmerksame Behandlung verlangt, beklagt sich über die Trennung von ihrer Heimat. Sie wurde als Schilfrohr abgeschnitten, und erst durch dieses Abschneiden war es möglich, daß sie so betörende Klänge von sich gibt. Es sind Klänge der Sehnsucht, des Wunsches danach, wieder mit dem Ursprung vereint zu sein. (32)
Ein solcher dem irdischen Leben abgewandter schiitischer Mystiker ist anscheinend Tutor in einem Wohnheim des Studentenwerks Dresden. Kann das sein, oder ist´s sein gleichnamiger Sohn oder sein Geist, in der Fritz-Löffler-Straße? Was tut er dort, wenn er´s denn ist? Wer finanziert ihn? Was hat die Universität Dresden von solchen Tutoren? Islamisierung direkt im Wohnheim? (33)
Eines steht jedenfalls fest: Dr. Hamid Parsania wird dem Machtstreben der Vertreter der Islamischen Kultur- und Kommunikationsorganisation nicht im Wege stehen, er liefert vielmehr das benebelnde Wortgeklingel, das den Gründer der türkischen Republik veranlaßt hat, den Mystikerkult, die tanzenden Derwische, die Bektashiye und andere Sufi-Orden samt ihren Scheichs aus der sich modernisierenden Türkei zu verbannen.
Dr. Rasoul Rasoulipour
Er promoviert 1999 an der Universität von Poona/Indien mit einer Studie über die Cognitive Function of Religious Language, die kognitive Funktion religiöser Sprache. Sein Doktorvater ist S.S. More, Leiter des Centre for Philosophy and History of Science (Centre for PHSc), Pune University. S.S. More ist ancheinend kein Muslim. (34)
Prof. Dr. Rasoul Rasoulipour ist Dekan der Fakultät für Literatur und Humanwissenschaft, der ältesten Fakultät in der University of Tarbiat Moallem, der Lehreruniveristät von Teheran. Die Fächer dort sind: Persische Sprache und Literatur, Fremdsprachen, Geographie, Geschichte, Sozialwissenschaften, Divinity, Göttlichkeit, und arabische Sprache und Literatur. Die Site der Fakultät ist eine Augenweide, vor allem für diejenige, die schon lange nicht mehr im Iran war, weil sie sich nicht als Pinguin kostümiert. Vor mehr als 40 Jahren habe ich unverschleiert und einigermaßen züchtig gekleidet an eben dieser Fakultät studiert. (35)
Auf der Suche nach den Delegationsmitgliedern werde ich jetzt endlich fündig, was das Zentrum für interreligiösen Dialog angeht, es existiert tatsächlich in der ICCO (in dieser Sache Entschuldigung an Heinz-Joachim Fischer), und David Cortright hat es im Dezember 2007 anläßlich einer Studienreise mit an extraordinary group of dedicated peacemakers, einer ergebenen Gruppe von zwölf Friedensstiftern, des Mennonite Central Committee besucht. Bei ihm handelt es sich um einen Wissenschaftler, der das geschafft hat, was Tariq Ramadan verwehrt ist, er arbeitet nämlich als Forschungsstipendiat am Kroc Institute for International Peace Studies der University of Notre-Dame.
Den Antisemitismus erfährt die Gruppe der Peacemaker gleich am Flughafen, wo die Gruppenmitglieder James Cooper und Richard Kauffmann für Juden gehalten werden, der eine seines langen Bartes, der andere des Namens wegen. Was wirklich abläuft, verstehen die übermüdeten Reisenden nicht, sie hören aber das Wort ´deport´, deportieren, abschieben.
Prof. Dr. Rasoul Rasoulipour habe sich besonders vehement für den Dialog zwischen Muslimen und Christen eingesetzt, und dann berichtet David Cortright in aller Naivität, was dieser Professor, der kürzlich in den USA gewesen sei und auch die Eastern Mennonite University und Notre Dame besucht habe, darunter versteht: Rasoulipour teilte mit uns seine Vision von gemeinsamen Wurzeln aller Religionen. Die abrahamitische Tradition des Judentums, das Christentum und der Islam teilen alle den Glauben an einen Gott, sagte er, auch wenn wir verschiedenen Wegen zu dieser ultimativen Tatsache folgen. Gemäß dem Koran ist jeder, der sich dem Willen Gottes unterwirft, ein Muslim. Wenn es wirklich nur einen Gott gibt (´keinen Gott außer Gott´), sagte Rasoulipour, dann gibt es letzten Endes eine Religion, eine Tradition, Gottes Willen zu folgen.
Der Forschungsstipendiat bemerkt nicht, was der Muslim zu ihm sagt, nämlich, daß allein der Islam die gültige Religion ist, Juden, Christen, alle sind Muslime. Sie fahren weiter nach Qom, wo sie Professor Mohammed Legenhausen treffen, einen zum Islam konvertierten New Yorker. So geht die Reise munter fort, die Bewunderung für den Islam und seine Propagandisten bleibt ungetrübt, selbst wenn´s in Qom schneit; der Bericht ist erfrischend. (36)
Am Zentrum für Religionsphilosophie der Universität Notre Dame ist Prof. Dr. Rasoul Rasoulipour im Studienjahr 2007-2008 Besucher. Ein kleines Foto zeigt einen sympathischen jung aussehenden Mann mit grauen Haaren. Bei den Quäkern ist er ebenfalls unterwegs, beim Friends Committee on National Legislation (FCNL): Sixty Years of Quaker Action. We seek a world free of war and the threat of war, frühstückt er mit Danny Hosein, einem eifrigen Leserbriefschreiber gegen den Krieg, der das FCNL Informationsblatt "State of Nuclear Disarmament," für die FCNL Website verfaßt hat; für einen Iraner muß das ein spannendes Thema sein. (37)
Mohsen Daneshmand
Er heißt schon so: daneshmand bedeutet Gelehrter, Wissenschaftler. Der Politikwissenschaftler Mohsen Daneshmand, M.A., ist seit 12. Dezember 2003 Erster Sekretär der Botschaft des Iran in Athen und dort zuständig für politische und internationale Angelegenheiten, wie die Protokollabteilung des griechischen Außenministeriums in ihrer Ausgabe von 2007 mitteilt. Im Sommer 2006 ist Mohsen Daneshmand Rhodes Attendee der Universität von Virginia. Es handelt sich dabei um die Teilnahme an einer Veranstaltung der Rhodes Academy, des Zentrums für Seerecht und -politik der Universität von Virginia. (38)
Mohsen Daneshmand ist nicht kompetent für eine religiöse Diskussion auf dieser hohen Ebene; er ist denn auch das Schlußlicht, der politische Aufpasser. Diese Funktion ist mir aus den Zeiten meiner Seminar- und Trainingsveranstaltungen mit Teilnehmern der VR China bekannt, da hat auch immer mindestens einer auf der Teilnehmerliste gestanden, der nichts mit dem Thema zu tun hatte. Desto besser konnte er alles protokollieren und über Vorkommnisse berichten. Schnell erkannte man den Agenten daran, daß er provokant seinen Mund aufriß zu allem und jedem, er war immer der allerrevolutionärste, während Dissidenten, die sich unter den Teilnehmern befanden, sehr konservativ argumentierten.
Wie die Mollahs so etwas handhaben? Wie alle totalitären Regierungen. Es wird ihnen nicht helfen, sie werden eines nicht fernen Tages hinweggefegt oder implodieren.
6. Mai 2008
Quellen
(1) Mehdi Mostafavi mit einer Delegation im Vatikan. Gastbeitrag. PI, 3. Mai 2008
http://tinyurl.com/4g44aa
(2) Papst entdeckt Gemeinsamkeiten mit Islam. PI, 2. Mai 2008
http://www.pi-news.net/2008/05/papst-entdeckt-gemeinsamkeite n-mit-islam/
(3) Der Papst wertet das iranische Regime auf. Kommentar von Alan Posener, WeltOnline, 3. Mai 2008
http://tinyurl.com/5vv553
(4) When Civilizations Meet: How Joseph Ratzinger Sees Islam. By Samir Khalil Samir, S.J., www.chiesa. News, analysis, and documents on the Catholic Church, by Sandro Magister, May 4, 2006
http://chiesa.espresso.repubblica.it/articolo/53826?eng=y
(5) 6. Treffen Vatikan und schiitische Muslime aus dem Iran, Rom,
26. bis 28. April 2008
http://www.cibedo.de/vatikan_schiiten_iran.html
(6) Mehdi Ahari Mostafavi mit einer Delegation im Vatikan. 3. Mai 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-05-03_18-36-11.html
(7) U.S. Links an Iran Envoy to Terrorism. By Elaine Sciolino, The New York Times, Published: October 10, 1987
http://tinyurl.com/5n4yuh
(8) Mohammad Mohaddessin: Islamic Fundamentalism. The New Global Threat, New Delhi 2003
http://www.toleranceinternational.com/books_reviews.html
(9) Chapter X. 10. Terrorism: Iran´s foreign policy instrument. Mohammad Mohaddessin: Islamic Fundamentalism
http://islamic-fundamentalism.info/
(10) Volksmudschaheddin des Iran. Paris nimmt Washington eine Entscheidung ab.
19. Juni 2003
http://www.eussner.net/artikel_2004-12-09_12-34-24.html
(11) Iranian Resistance celebrates Prophet Mohammad´s birthday. Maryam Radjavi Site, April 10, 2008
http://www.maryam-rajavi.com/content/view/644/51/
(12) Ministry of Foreign Affairs. Islamic Republic of Iran
http://www.mfa.gov.ir/cms/cms/Tehran/en/MinistryOfForeignAff airs/
Islamic Culture and Communication Organization (ICCO)
http://www.iranculture.org/en/nahad/ertebatat.php
Mottaki: Iran´s N-program transparent. By CS/JC/RA, PressTV, Iran,
October 27, 2007
http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=28836§ionid=3510201 04
(13) Mehdi Ahari Mostafavi. Wikia.com
http://left.wikia.com/wiki/Mehdi_Ahari_Mostafavi
(14) BA Islamic Studies (Validated by Middlesex university). Islamic College for Advanced Studies, London
http://www.islamic-college.ac.uk/BA/BA-Page.htm
(15) MA Studies (Validated by Middlesex university). Islamic College for Advanced Studies, London
http://www.islamic-college.ac.uk/MA/MA-Studies.html
(16) Middlesex University in London
http://www.mdx.ac.uk/
(17) Otto Kallscheuers Exerzitien: Maria und die Muslime. 2. Januar 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-01-02_21-57-06.html
(18) Lecture Series: End of Time: Dr. Mohammad Ali Shomali. AhlulbaytDirectoryOnline, April 21, 2007
http://www.abduk.org/speakers/?action=announcements&id=543
Meeting for Dialogue. Reports of Meetings and Conferences. Monastic Encounter. August/September 2007
http://www.mid-gbi.com/MEB_August-2007.htm
(19) Dr. Muhammad Ali Shomali, ShiaTV. The Largest Muslim Video Portal, 2007
http://www.shiatv.net/search_result.php?search_id=Shomali
(20) A Catholic-Shia Engagement: Sharing our Spiritual and Theological Resources in the Face of Contemporary Challenges. July 2003
http://www.heythrop.ac.uk/index.php/content/view/244/314/
(21) The Word of God and Revelation: A Shi´a Perspective —Mohammad Jafar Elmi. Catholics and Shi´a in a Dialogue: Studies in Theology and Spirituality.
Edited by Anthony O´Mahony, Wulstan Peterburs and Muhammad Ali Shomali. The Center for Christianity and Interreligious Dialogue, Heythrop College, Univerisity of London, 2004
http://www.heythrop.ac.uk/index.php/content/view/251/315/
(22) May 14, 1999 - John Paul II kisses the Koran (Qu´ran) at the Vatican.
Church Revolution in Pictures
http://www.traditioninaction.org/RevolutionPhotos/A055rcKora n.htm
Pope Leaves Legacy Of Tolerance. By Gulnoza Saidazimova, NÖK, Ausgabe 15/05, 14. April 2005
http://www.kirchen-in-osteuropa.de/archiv/05041403.htm
(23) About personal > Abdolrahim Gavahi, Ph.D.. World Religions Research Center (seit 5. Mai 2008 nur noch im Caché)
http://www.wrrc-ir.org/En/about_personel_drGavahi.htm
(24) Islamic Revolution Of Iran; Conceptual Aspects and Religious Dimensions/Abdolrahim Gavahi; Supervised by:T.D, F.L Jan Bergman. DISS PH.D Gavahi, Abdolrahim eng. Iranian Information & Documentation Center
http://dbase.irandoc.ac.ir/00233/00233743.htm
(25) Cartoons. Caricatures politiques. Radio Islam
http://www.abbc2.com/islam/roligt/roligt.htm
Frankreich im Holocust-Wettbewerb - Bekommt Dab´s einen Preis?.
13. März 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-03-13_16-24-48.html
(26) Antisemitism in Swedish Academia: The Bergman Affaire. Report submited to the Fifth European Congress of Jewish Studies, Copenhagen, Denmark, 1994. By Julian Ilicki with the collaboration of Stéphane Bruchfeld. Sociologiska Institutionen, Uppsala Universitet
http://www.soc.uu.se/staff/texts/ji_bergman.html
(27) New Chief For Farabi Foundation, Iran Daily, August 1, 20007
http://www.iran-daily.com/1386/2906/html/art.htm
SCCR. Cultural Institutions
http://www.iranculture.org/en/nahad/index.php
(28) Ahmad Jannati. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Jannati
(29) Islamic Propagation Organization. SCCR
http://www.iranculture.org/en/nahad/tabligh.php
(30) Hamid Parsania. Center for Islam and Science, Canada
http://www.cis-ca.org/bios/hamid_parsania.htm
(31) Existence and the Fall by Hamid Parsania, irshad.net, June 10, 2007
http://irshaad.net/2007/06/10/existence-and-the-fall-by-hami d-parsania/
Hamid Parsania: Existence and the Fall. Spiritual Anthropology of Islam. Amazon.ca
http://tinyurl.com/6qs2b7
(32) Das Mathnawi. 28. Juni. Jahresportal
http://www.jahresportal.de/0628.php
(33) Students4Students Wohnheim-Tutoren. Studentenwerk Dresden
http://www.studentenwerk-dresden.de/wohnen/wohnheim-tutoren. html
(34) A study of the Cognitive Function of Religious Language/ Rasoul Rasoulipour; Supervisor: S.S More. Iranian Information & Documentation Center
http://dbase.irandoc.ac.ir/00294/00294356.htm
Welcome to University of Pune
http://www.unipune.ernet.in/indexout.html
(35) Faculty of the Humanities. Teacher Training University Tehran
http://flh.tmu.ac.ir/index.html
(36) "Jerusalem war islamisch seit dem Vater aller Propheten". 18. März 2006
http://www.eussner.net/fundsachen_2006-03-18_16-00-53.html
Persian Journey: Impressions from Visiting Iran. By David Cortright,
January 2008
http://tinyurl.com/5fsmjn
(37) Center for Philosophy of Religion. University of Notre Dame
http://tinyurl.com/5begq8
Danny Hosein. Current Scoville Fellows. The Herbert Scoville Jr. Peace Fellowship, Washington, D.C.
http://www.scoville.org/scovfell.html
(38) Rhodes Attendees - Summer 2006. University of Virginia
http://www.virginia.edu/colp/pdf/student-list06.pdf
The 30th Annual Conference of the Center for Oceans Law and Policy, Dublin Castle, Ireland, July 12-14, 2006
http://www.virginia.edu/colp/annual-conference.html
30th Annual Law of the Sea Conference. Law, Science & Ocean Management, National University of Ireland, July 12-14, 2006
http://mri.nuigalway.ie/marinelaw/events/virginia_law_confer ence.html