
"Jamaika, die Insel, die Onkel Sam demütigt"
Europas Massenmedien befinden sich in einem Rausch, die Droge heißt Anti-Amerikanismus. Es gibt nichts mehr, das nicht umgehend umfunktioniert wird zur Anklage, zum Beleidigen und zum Niedermachen des Ansehens der USA. Einige Journalisten haben das verinnerlicht; es fällt ihnen nicht auf, und so erklären sie im Falle der wiederholten Verstümmelung und Verfälschung der US-Flagge, wenn sie zur Rede gestellt werden, alles mit einem Versehen - und auch die Deutschlandfahne habe es am 21. Juni 2008 getroffen. Nun steht es also 2:1 im Fahnendiskreditieren durch die ARD, und mancher weiß gar nicht, was daran so wichtig sein soll; Linke aus Kreisen der Grünen pinkeln sogar darauf und erhalten dafür Beifall. (1)
Andere wissen es desto besser, und so hängt bei der Einweihung der größten Moschee Bayerns, einer DITIB-Moschee in Ingolstadt, am 18. Mai 2008, ein riesiges rotes Fahnentuch mit Halbmond und Stern an der Moscheemauer, daneben gibt es anstandshalber ein kleines deutsches Fähnchen, das selbstverständlich sehr viel niedriger hängt als die türkische Flagge und auch noch falsch herum; denn die hängende deutsche Flagge ist schwarz-rot-gold, von links nach rechts. Die Eroberung des Platzes für alle Zeiten durch den Islam und die Geringschätzung Deutschlands werden damit dokumentiert. (2)
In den USA gibt es ein umfassendes Gesetzes- und Verordnungswerk über die Flagge, das Star Spangled Banner, neben dem hängt keine andere Fahne höher. Gesetze und Verordnungen über die Fahne der Bundesrepublik Deutschland kann man lange suchen. Außer dem Artikel 22 GG: Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold findet man auf Anhieb nichts, und nicht einmal die Farbgebung ist genau geregelt. (3)
Soweit die Diskreditierung der US-Flagge. Der Figaro, der in nahezu jeder seiner Ausgaben Anti-Amerikanismus zelebriert, titelt heute auf einer seiner Olympia-Seiten: Jamaïque, l´île qui humilie l´Oncle Sam, Jamaika, die Insel, die Onkel Sam demütigt. Der Artikel ist nicht online. Radio France International nimmt die Schlagzeile freudig auf und ergänzt einen Satz aus dem Text: "Comment 2 millions 700 mille habitants parviennent-ils à ridiculiser la première puissance de l´athlétisme mondial et ses 302 millions de résidents ?" Wie schaffen es 2,7 Millionen Einwohner, die erste Macht des Weltathletismus und ihre 302 Millionen Ansässigen lächerlich zu machen? Die Autorin Cécile Soler setzt nach: Auf Jamaika ist der Sprint nicht der Zeitvertreib einer Elite, sondern eine Kultur. Man google US Sprinter und klicke auf Bilder: alle Sprinter sind schwarz. Darf man davon ausgehen, daß in den USA, der Sprint von den Schwarzen als Zeitvertreib betrieben wird? (4)
Uninteressiert an den Olympischen Spielen in Peking, habe ich nichts mitbekommen davon, daß in den Vorläufen der 4x100 Meter die als Favorit gesetzte Staffel der amerikanischen Herren ausgeschieden ist durch Patzen bei der Stabübergabe, und auch die amerikanischen Damen verlieren das Holz. (5)
Wieso machen die Jamaikaner die Amerikaner, auf französisch einverleibt als Oncle Sam, lächerlich und demütigen sie, wenn die Amerikaner zweimal den Fehler machen, den Stab fallen zu lassen? Wieso müssen die amerikanischen Sprinter von ihren jamaikanischen Nachbarn Schläge einstecken? Nicht die Jamaikaner tragen zur Niederlage bei, sondern die Amerikaner selbst machen diese groben Fehler und verlieren deshalb.
Talent und Widerstand seien in den Genen der Jamaikaner, Nachkommen von Sklaven, die ihre Verschleppung aus Afrika überlebt hätten, versteigt sich Stephen Francis, der Trainer des Jamaikaners Asafa Powell, beide ebenfalls Nachkommen von Sklaven, gemäß Le Figaro. Da werfe man doch einen Blick auf die 4x100 Meter Staffel der US-Herren, sie sind alle schwarz, also Nachkommen von Sklaven, die ihre Verschleppung aus Afrika überlebt haben. (6)
Ein großes Foto der Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown ziert den Artikel des Figaro, untertitelt ist es: Zur Zeit letzter Beweis der jamaikanischen Überlegenheit: der gestrige Sieg von Veronica Campbell-Brown über 200 Meter. Nun interessiert es mich herauszufinden, wo Veronica Campbell-Brown trainiert. Auf ihrer Web Site gibt es einen indirekten Hinweis: Die Sportlerin könne akademische Studien und sportliche Leistungen miteinander verbinden, 2006 habe sie den Bachelor of Science an der University of Arkansas erworben. Das ist der Heimatstaat von Bill Clinton. Ihr Ehemann, der Jamaikaner Omar Brown, ist auch für die University of Arkansas gestartet. Lance Brauman ist zu der Zeit dort Sprint- und Hürden-Trainer. Gordon Williams schreibt über Omar Brown im Jamaica Star: He also married Campbell in Jamaica and the couple moved from Arkansas to Florida to train with American coach Lance Brauman. Er heiratete auch Campbell in Jamaika, und das Ehepaar zog von Arkansas nach Florida, um mit dem amerikanischen Coach Lance Brauman zu trainieren. (7)
Usain Bolt und andere Spitzensportler trainieren im Gegensatz zu früheren jamaikanischen Läufern im 2001 erbauten Trainingszentrum von Kingston, und schon muß Cécile Soler den nächsten Hieb setzen: Sie (die Perlen des jamaikanischen Leichtathletik) profitieren vielleicht nicht von der Infrastruktur von amerikanischen Universitäten wie der UCLA (der Universität von Kalifornien in Los Angeles), aber sie haben zumindest die Wahl auf ihrer Insel zu bleiben. Eine Möglichkeit, die die Älteren von ihnen nicht hatten.
Das verstehen die französischen Leser sicherlich. Was bedeutet auch ihren Sportlern alle noch so gute Infrastruktur, wenn sie dafür von ihrer Insel weg müßten, sie heißt L´Hexagone, das Sechsseit. Um den Lesern nicht zuzumuten, daß Staaten wie die Niederlande, die Ukraine oder Spanien die Plätze 10 bis 12 vor Frankreich besetzen, wird im Figaro, vom 22. Augut 2008, bei Nr. 9 aufgehört, und dann als Nr. 13 Frankreich gelistet, das am 21. August 2008 dort plaziert ist. (8)
Das Hexagon ist keine Insel, die Onkel Sam demütigt; der hat 31 Goldmedaillen eingespielt, und steht an zweiter Stelle, nach China, mit 47 x Gold. Da aber gibt´s keine Vergleiche der Einwohnerzahlen wie bei Jamaika vs. USA: 292 Millionen Amerikaner vs. 1,3 Milliarden Chinesen. Solche Rechnungen gibt´s nur, um die USA propagandistisch niederzumachen.
Heute ist Frankreich auf Platz Nr. 12 vorgerückt, nach Italien, den Niederlanden - und nach Jamaika. Die Insel demütigt den gallischen Hahn! Wie schaffen es 2,7 Millionen Einwohner, die einstmals erste Macht der Fechter (d´Artagnan) und ihre 65 Millionen Ansässigen lächerlich zu machen?
22. August 2008
Quellen
(1) Und schon wieder eine ARD-Flaggenpanne. PI, 21. August 2008
http://www.pi-news.net/2008/08/und-schon-wieder-eine-ard-fla ggenpanne/
USA - Flag Description/ USA-Flaggen-Bedeutung. Flaggenshop.de
http://tinyurl.com/62z5g7
(2) Ingolstadt. Größte Moschee Bayerns. DeusVult.Info
http://www.deusvult.info/Ingolstadt%20028.jpg
Allah in Bayern. YouTube
http://au.youtube.com/watch?v=XNQXAQ6skbI
(3) Flag Rules and Regulations. Betsy Ross Homepage
http://www.ushistory.org/betsy/flagetiq.html
Artikel 22. Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, dejure.org
http://dejure.org/gesetze/GG/22.html
(4) Jamaïque, l´île qui humilie l´Oncle Sam. Par Cécile Soler, Le Figaro, 22 aloût 2008, p. 9
Revue de la presse française du 22 août 2008. Par Bruno Faure, RFI
http://www.rfi.fr/actufr/articles/104/article_71274.asp
(5) Jamaika sichert sich alle vier Sprintbewerbe. Beide US-Staffeln scheitern im Vorlauf. Wiener Zeitung, 21. August 2008
http://tinyurl.com/6ox8y7
(6) Olympia 2008: US-Staffeln versagen. Foto: AFP, RP Online, 22. August 2008
http://tinyurl.com/5sho22
(7) Veronica Campbell-Brown. Her Story
http://www.veronicacampbellbrown.com/biography.html
Omar Brown moving up to 400 metres. By Gordon Williams, JamaicaStarOnline, January 29, 2008
http://www.jamaica-star.com/thestar/20080129/sports/sports4. html
(8) Olympia in Peking. Kompletter Medaillenspiegel, sport.de, 22. August 2008
http://sport.rtl.de/sportartikel/olympia/olympia_85916_12309 22.php
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