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Artikel

Gegen Fremdenfeindlichkeit und reaktionäre Islamverteidigung

Sonderveranstaltung der Kritischen Islamkonferenz anlässlich des Anti-Islamisierungskongresses

Redner: Ralph-Giordano, Mina Ahadi und Hartmut Krauss
12. September 2008, Jugendherberge Köln-Riehl, An der Schanz 14
Beginn: 18:30 Uhr
Kostenbeitrag: 5 Euro
Veranstalter: Zentralrat der Ex-Muslime, Redaktion Hintergrund, Giordano Bruno Stiftung

Pressemitteilung

Köln. Anlässlich des Anti-Islamisierungskongresses, der vom 19. bis zum 21. September in Köln stattfinden soll, haben die Veranstalter der Kritischen Islamkonferenz zum Widerstand gegen die einheimischen und zugewanderten Rechtskräfte aufgerufen. In der Erklärung heißt es, den Veranstaltern des Anti-Islamisierungskongresses gehe es nicht darum, die menschenrechtswidrigen, antidemokratischen und reaktionär-patriarchalischen Grundinhalte und Praktiken des Islam anzuprangern, sondern darum, Einwanderer aus der Türkei, dem Iran und arabischen Ländern pauschal als Bedrohung zu stigmatisieren. Diese Anti-Islam-Propaganda diene als Mittel zur populistischen Ausbeutung begründeter islamkritischer Stimmungen innerhalb der einheimischen Bevölkerung. Im Verborgenen bleibe dabei die tiefe weltanschaulich-politische Wesensverwandtschaft zwischen einheimischem Rechtskonservatismus und islamischer Orthodoxie, die sich etwa in gemeinsamen patriarchalen Werten ausdrücke.

Ähnlich scharf wie mit "Pro Köln" und ihren Verbündeten rechnen die Vertreter der Kritischen Islamkonferenz jedoch auch mit der Gegenseite der vermeintlich antirassistischen Islamversteher ab, die Kritik an der islamischen Herrschaftskultur per se als fremdenfeindlich, rassistisch, islamophob etc. diffamieren und sich zum Teil mit den Islamisten bis hin zu Ahmadinedschad, der Hamas und der Hisbollah verbrüdern. Die Abgesandten Erdogans, Milli Görüs und die Grauen Wölfe würden sich ins Fäustchen lachen, wenn die deutschen Blockierer einseitig und voller Vehemenz gegen Pro-Köln und Co. demonstrieren, aber auf "Tauchstation" gingen, wenn gegen Islamisten, Ehrenmörder, Zwangsverheirater, Karikaturenschänder, muslimische Mordhetzer und Judenhasser etc. aufzumarschieren wäre.

Gefordert sei heute eine dritte Kraft, die sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ebenso wehre wie gegen menschenrechtswidrige Formen religiöser Herrschaft. Ziel dieser dritten Kraft, für die beispielhaft die internationalen Zentralräte der Ex-Muslime stehen, sei eine freie, gerechte und solidarische Gesellschaft, in der Menschenrechtsverletzungen von keiner Seite geduldet und verharmlost werden.

Am 12. September wollen die Unterzeichner im Rahmen einer Sonderveranstaltung der Kritischen Islamkonferenz anlässlich des Anti-Islam-Kongresses ihre Positionen zu Gehör bringen. Als Redner werden Ralph Giordano, Mina Ahadi und der Islamkritiker Hartmut Krauss auftreten. Informationen zur Veranstaltung sowie den Volltext des Aufrufs der Kritischen Islamkonferenz gegen Fremdenfeindlichkeit und reaktionäre Islamverteidigung finden sich auf der Website www.kritische-islamkonferenz.de

Herrschaftskritisch-emanzipatorische Islamkritik contra "antirassistische" Verteidigung einer reaktionären Herrschaftskultur

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Umtriebe einer merkwürdigen Quer-Gang von Gesinnungspolizisten aus dem poststalinistischen Lager islamophiler "Globalisierungsgegner" und jener Teilgruppe "antideutscher" Querulanten, die auch schon Frau von der Leyens fundamentalistische Hetz- und Indexkampagne gegen Michael Schmidt-Salomons "Ferkelbuch" ideologisch flankiert haben, veranlasst mich zu einer Klarstellung. Während ich die Erstgenannten für einen hoffnungslos verblendeten Haufen bestehend aus reaktionären Keynesianisten und nationalistischen Staatssozialisten halte, drängt sich mir zunehmend der Verdacht auf, dass es sich bei dem zweiten Grüppchen um Leute handelt, deren höchst selektive Islamkritik sich nur auf den Aspekt der Judenfeindschaft reduziert. Hier wäre es - auch im Interesse einer zukünftig möglichen Zusammenarbeit- ratsam, wenn innerhalb des Lagers der proisraelischen Linken endlich nachhaltige Aufräumarbeiten einsetzen würden.

Zwar ist es absolut richtig, eine rote Linie gegenüber der erzreaktionären "Jungen Freiheit" und ihrer perversen Renaissance des deutschen Jungkonservatismus zu ziehen. Andererseits aber macht man sich mit seiner einseitigen Abgrenzung unglaubwürdig, wenn man bewußt-vorsätzlich an Aktionen und Veranstaltungen teilnimmt, an der Parteigänger des islamophilen Fremdarbeiterfeindes und Parteiführers Lafontaine und des Israelhassers Paech oder Leute wie Klauda und Rommelspacher aktiv beteiligt sind, in deren Schlepptau sich wiederum der abstoßendste Teil der Antifa befindet. Nicht nur ich würde es begrüßen, wenn auch Klaus Blees und Alex Feuerherdt sagen würden: "We feel a difference" und ihre Teilnahme an der sog. Antifa-Konferenz absagen.

Die nachfolgende Stellungnahme ist die Fußnote aus einem in den nächsten Tagen erscheinenden Artikel zum Thema: Herrschaftskritisch-emanzipatorische Islamkritik contra "antirassistische" Verteidigung einer reaktionären Herrschaftskultur. Wie pseudolinke Antimarxisten den Islam verteidigen und mit ihren verleumderischen Rassismusvorwürfen den Rechtspopulisten Anhänger zuführen

In manchen Sumpfgebieten des Internets und diversen Mailinglisten wird die falsche Behauptung kolportiert, ich sei von der Konferenz "Feel the difference" ausgeladen worden.

Tatsächlich verhält es sich so, dass ich mich dieser Veranstaltung nicht etwa aufgedrängt habe, sondern von den Veranstaltern - womöglich als islamkritisches Feigenblatt - eingeladen wurde. Schon in meiner Antwort auf das Einladungsschreiben habe ich darauf hingewiesen, dass ich für eine Veranstaltung, die primär auf eine Verteidigung bzw. Verharmlosung der islamischen Herrschaftskultur sowie tendenziell auf die Diffamierung von Islamkritik als "rassistisch" hinausläuft, nicht der richtige Referent bin. Zudem schlug ich den Veranstaltern die Einbeziehung islamgeschädigter Zuwanderer zum Beispiel aus den Reihen des in Köln ansässigen Zentralrats der Ex-Muslime vor.

Die Einlader machten auf mich den Eindruck, dass sie zwar gewillt sind, sich von den hardcore-Antifas aus dem Lager der antiimperialistischen Hamasschutzstaffeln abzugrenzen, aber im Hinblick auf eine präzise Konstitutionsanalyse der islamischen Herrschaftskultur noch eine Menge Nachholbedarf haben. Das spiegelt sich auch in ihrem Einladungsflugblatt zur Konferenz, wo u. a. das Trugbild eines "unpolitischen Islam" propagiert wird. Entsprechend korrumpierbar sind sie auch für die islamtheoretisch halbseidenen Zurufe aus den diversen "antifaschistischen" und "antirassistischen" Szeneblogs und dürften deshalb mit ihrer Veranstaltung für diese Gruppen im Endeffekt auch nur als nützliche Idioten fungieren.

Nachdem die Veranstalter organisatorisch relevante Anfragen von mir einfach unbeantwortet ließen und zwischenzeitlich ihr endgültiges Programm mit einem eindeutigen Überhang islamophiler Demagogen als Referenten und zum Teil realitätswidrigen Themenstellungen veröffentlichten, war der Fall für mich allerdings erledigt. Warum sollte ich noch "ordentlich" absagen, wo mir doch noch nicht einmal meine Anfragen (zum Beispiel nach dem Zeitrahmen meines Vortrags) beantwortet worden waren?

Was das Zustandekommen meines Beitrags in dem Sammelband "Gegen die feige Neutralität" anbelangt, der nun a posteriori als Ausladungsfake bemüht wird, hatte ich bereits folgendermaßen Stellung genommen:

"Prof. Armin Geus emer. (Giordano-Bruno-Stiftung) hatte mich um einen Beitrag für einen islamkritischen Sammelband angefragt. Ohne die Liste der Koautoren zu kennen, hatte ich ihm meinen Artikel ´Eine kurze Betrachtung der islamischen Herrschaftskultur und des aktuellen Radikalislam´ zugesandt. Liest man diesen Beitrag, dann ist der Verdacht einer Annäherung an Rohrmoser, Mynarek, Stolz und Röhl kompletter Unsinn; auch wenn mir deren vorab nicht bekannte Ko-Autorenschaft durchaus Unbehagen bereitet. Allerdings sind außer mir auch Ralph Giordano, Hiltrud Schröter, Tilman Nagel, Siegfried Kohlhammer, Michael Miersch und Daniel Pipes vertreten, so dass man die Veröffentlichung nicht pauschal bewerten bzw. nur in eine bestimmte Ecke stellen kann. Leider ist es nun mal so, dass die Front zwischen den Freunden und den Kritikern des Islam nicht sauber an der Achse des klassischen Links-Rechts-Schemas verläuft. Dennoch sehe ich die Möglichkeit der Schaffung eines Übergewichts fortschrittlich-demokratischer Kräfte der Islamkritik. Die Kritische Islamkonferenz war hierzu ein guter Anfang."

Zwar war es ein zukünftig zu vermeidender Fehler meinerseits, auch unter Zeitdruck die Identität der Koautoren nicht im Voraus zu klären. Aber dieses Versäumnis ändert nichts an der Tragfähigkeit meiner Islamkritik und an der Niederträchtigkeit jener, die diesen Fehler nutzen wollen, um die von mir vertretene Islamkritik zu sabotieren."

Was der Antifa-Ak Köln jetzt nach außen "heldenhaft" als "Ausladung" hinstellt, war in Wahrheit übrigens ein saudummes Ultimatum, das in Form und Inhalt für sich selbst und zugleich gegen das deutsche Schulsystem spricht. Mit dieser Antifa-Jugend wird gegen den einheimischen und zugewanderten Rechtsextremismus kein Blumentopf zu gewinnen sein:

"... und fordern sie auf eine deutlich inhaltliche Agrenzung zur den Rechten vorzunehmen und eien praktische Konsequenz aus dem "Täuschungsmanöver" (Das sie vorab nicht informiert wurden über die KO-Autoren) ziehen und gegen die Veröffentlichung dieses Buches klagen. (Was mit der Vorgeschichte, ja sehr wohl möglich ist.)"

Mit besten Grüßen
Hartmut Krauss

16. und 24. August 2008

Hartmut Krauss: Herrschaftskritisch-emanzipatorische Islamkritik contra "antirassistische" Verteidigung einer reaktionären Herrschaftskultur.
Hintergrund-Verlag
http://tinyurl.com/3zrm62

Hartmut Krauss: Islam, Islamismus, muslimische Gegengesellschaft. 21. Juli 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-07-21_01-32-40.html

Zentralrat der Ex-Muslime
http://www.ex-muslime.de/

Zeitschrift Hintergrund
http://www.hintergrund-verlag.de/

Giordano Bruno Stiftung
http://www.giordano-bruno-stiftung.de/

Jugendherberge Köln-Riehl. City-Hostel
http://tinyurl.com/2ny88b


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