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Antichristliche Kampagnen in Algerien und anti-israelische in Libyen

Die 37-jährige Kindergärtnerin Habiba Kouider, seit 2004 Konvertitin zum Christentum, soll in Tiaret zu drei Jahren Gefängnis verurteilt werden, weil sie "religiöse Bücher" besitzt. Der Richter sagt ihr: "Du kommst zurück in den Islam, und ich schließe den Fall ab; wenn du aber in dieser Sünde verharrst, werden dich die Schläge der Justiz treffen." Er fragt sie: "Haben dich die Priester Weihwasser trinken lassen, das ins Paradies führt?"

Man sieht, sie übertragen ihre mittelalterlichen Vorstellungen aufs Christentum - und dessen Vertreter sind ja bei uns bereit, das ebenso zu halten: Gott und Allah - alles eines.

Journalisten, die in der öffentlichen Verhandlung anwesend sind und Notizen machen, fragt er: "Haben Sie eine Genehmigung, Aufzeichnungen zu machen?" Khelloudja Khalfoun, die Anwältin der Angeklagten, interveniert: "Die Verhandlung ist öffentlich, die Journalisten haben das Recht hier zu sein." Da verliert der Richter die Fassung, droht, Maßnahmen zu ergreifen, und er beschlagnahmt die Notizbücher.

Das Urteil wird am 27. Mai 2008 gesprochen. Am selben Tag sind sechs andere Christen vorm Richter geladen wegen "Verteilung von Traktaten, die darauf zielen, den islamischen Glauben zu erschüttern." Seit Januar 2008 vervielfachen sich in Westalgerien die Prozesse der "Delikte des Christentums", vor allem in Oran, Mascara und Bel-Abbès.

Die neu konvertierten Christen müssen ihren Glauben im Verborgenen leben, während der algerische Religionsminister, ohne das Gesicht zu verziehen, erklärt: "Die christliche Gemeinde genießt alle Rechte; aber wir kämpfen gegen die Sekten!"

Soweit zu Staaten, mit denen der Präsident Frankreichs eine Mittelmeerunion schaffen will. Ein weiteres Beispiel ist Libyen:

Was die wesentlichen Aspekte der Zusammenarbeit Frankreichs mit Libyen angeht, sollen sie auf Wunsch Libyens unter den Bedingungen stattfinden, unter denen der voraussichtliche Nachfolger des Muammar al-Gaddhafi zu einer Mittelmeerunion bereit ist: "Sind Sie an dem Vorschlag des Präsidenten Sarkozy zu einer Mittelmeer-Union interessiert? Ja, insofern sie nicht Israel einschließt."

Une offensive antichrétienne en Algérie, De notre envoyé spécial à Tiaret Arezki Ait-Larbi, Le Figaro, 21 mai 2008, p. 7
http://tinyurl.com/6r9v78

Seif Kadhafi : "La Libye sera un pays moderne et heureux." Propos recueillis à Tripoli par Pierre Prier. Le Figaro, 8/9 décembre 2007
http://tinyurl.com/ysh2t8


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