Homepage von Gudrun Eussner
Gudrun Eussner
Links
Homepage von Gudrun Eussner
Artikel

Berlinreise: Perpignan - Bonn

Alles ist relativ, die Einschätzung von Norden und Süden beipielsweise. Denkt man in Berlin an einen Sommerurlaub am Mittelmeer, dann liegt Lyon schon fast am Ziel der Reise. Will man aber von Perpignan mit dem Auto nach Deutschland, dann liegt Lyon weit im Norden. On monte, heißt das in Frankreich, man steigt in den Norden auf.

Das tue ich am Freitag, den 4. April 2008, und mein erstes Etappenziel ist Crémieu, ein 3000-Seelen-Dorf südostlich von Lyon. In dieser kleinen Stadt könnte ich mich niederlassen, denke ich sofort, dort gibt es neben alten Baudenkmälern und hellen Häuserzeilen noch mehrere nette Cafés, einen Zeitungshändler, einen Bäcker, freundliche Menschen, und in dem Hotel-Restaurant Auberge de la Chaite bereitet der Hotelier ausgezeichnete regionale Gerichte zu, die man mit einem bestens harmonierenden leichten Rotwein aus dem Bugey genießt. Ich wäre auch näher an der Schweiz, an Bern, wo sich demnächst eine Freundin ansiedeln, oder besser rücksiedeln wird - jedenfalls rechne ich damit. (1)

Bei einem Schwatz mit den Wirtsleuten meinen diese auf meine Anmerkung, ich hätte nur eine Frau mit Kopftuch im Ort gesehen: aber in Lyon! Meine Leser erinnern sich des Imams von Vénissieux, des Muslims mit den zwei Frauen und 16 Kindern? Vénissieux ist ein Vorort von Lyon. Der Imam äußert völlig selbstverständlich auf Fragen dies: (2)

Möchten Sie, dass Frankreich ein islamisches Land wird?

Ja, weil Menschen glücklicher sind näher bei Allah. Darüber hinaus straft Allah Gesellschaften, die in Sünde versinken, mit Erdbeben und Krankheiten wie AIDS ... Und ich bin glücklich, wenn ich die Franzosen zum Islam konvertieren sehe, weil ich weiß, sie sind auf dem richtigen Wege.

Sie wolllen wirklich die Errichtung einer islamischen Republik in Frankreich sehen?

Ja, aber nicht nur in Frankreich. Ich hoffe, die ganze Welt wird islamisch.

Beim Frühstück lese ich das Provinzblatt der Region, sozusagen den Indépendant von Crémieu, er heißt Dauphiné libéré. Auf Seite 2 wird berichtet, daß ein 17 Monate alter Säugling totgestochen und seine Mutter, eine Frau Anfang 40, mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt wurden. Gefunden hat sie ihr zweiter Ehemann und Vater des ermordeten Kindes, der geschiedene erste Ehemann ist derweil unauffindbar. Der Artikel ist fast zu Ende, da erfährt der Leser noch eine Kleinigkeit nebenbei, nämlich, daß es sich um eine femme voilée, handelt, um eine Muslima mit Kopftuch.

Unter diesem Artikel geht es weiter mit einer Gerichtsverhandlung: ein 25-jähriger Student wird in der Universitätsbibliothek von einem muslimischen Medizinstudenten erst seiner Kippa wegen beleidigt: sale juif! Er wird für die Lage im Nahen Osten und für die Leiden der palästinensischen Araber verantwortlich gemacht, dann wird er von dem Muslim niedergeschlagen und mehrmals mit Fußtritten traktiert. Die Strafe für ihn: 1000 Euro zahlt er an den Juden, 500 Euro an die Nebenklägerin Ligue Internationale contre le Racisme et l´Antisémitisme (LICRA), und ein Jahr muß der Muslim sein Medizinstudium ruhen lassen. Es handelt sich um einen der zahlreichen Täter die angeblich deséquilibré sind, nicht zurechnungsfähig. Der Mann sei bereits früher auffällig geworden - aber Arzt zu werden, dazu reicht es allemal. (3)

Am nächsten Tag geht´s zum Restaurant in Soudon, in den Bergen der Umgebung von Lyon, wo in der Auberge Campagnarde die beste Tête de veau angeboten wird, die ich jemals in einem Restaurant gegessen habe, den Kalbskopf. Die Betonung liegt auf "in einem Restaurant"; denn das Gericht, von Marie-Thérèse in St.-Cyprien-Plage zu Hause zubereitet, schmeckt mindestens genauso gut. (4)

Auf dem Weg zu den Gaumenfreuden in Soudon gibt´s den ersten Rückschlag, was die Begeisterung zur Umsiedlung betrifft; denn auf dem Wege, etwa bei La-Balme-les-Grottes, sehe ich Autofahrer, wie sie ihre Wagen warmlaufen lassen und die Windschutzscheiben eisfrei kratzen. Nein, nie wieder kratzen, bitte! (5)

In Lagnieu, der letzten bezaubernden Weltstadt vor der Tête de veau, gibt´s nach dem Kauf von Käse der Region für die lieben Freunde in Bonn im Café wieder ein Provinzblatt zu lesen, hier heißt es Le Progrès, der Fortschritt. Darin wird berichtet, wie schon auf Seite 6 des Figaro vom selben Samstag, daß im Golf von Aden, zwischen den Küsten Somalias und des Jemen, "Le Ponant", ein Segelschiff der französischen Marine, ein 88 Meter langer Dreimaster moderne & de luxe, gekapert, und die 30 Mann Besatzung, mehrheitlich Franzosen, entführt worden sei. Das Schiff, das unter Segeln eine Geschwindigkeit von 14 Knoten, etwa 26 km/h, erreichen könne und mit einem Motor von 1600 KW ausgestattet sei, habe Platz für 64 Passagiere; es seien aber keine an Bord gewesen. Das Schiff gehöre der Compagnie CMA-CGM, die Entführung sei den Operationen der Task Force 150 der Anti-Terror-Operation Enduring Freedom geschuldet. (6)

Der Autor des Figaro kann sich den obligatorischen anti-amerikanischen Zusatz am Schluß des Artikels nicht verkneifen: die Entführung sei ein perverser Effekt dieser unter der Schirmherrschaft Washingtons durchgeführten anti-islamistischen Operation.

Die Entführung der Crew ist auch Thema in Rundfunk und Fernsehen, wo man sich aber jeden Hinweises auf Enduring Freedom enthält, Claire Chazal hat im TF1 am Sonntag, in den 20 Uhr-Nachrichten, dafür kein Wort übrig. Inzwischen erwägt die französische Regierung eine Rettungsaktion. (7)

Ist Frankreich an diesem Projekt beteiligt oder nicht? Wurde die französische Regierung dazu gezwungen? Was soll die Distanzierung, die man auch in der deutschen Berichterstattung immer wieder antrifft, wie über die Entsendung zusätzlicher deutscher Soldaten nach Afghanistan. Wenn´s etwas zu holen und sich bei den Muslimen anzubiedern gibt, dann sind Deutsche und Franzosen zur Stelle, wenn es um Schäden geht, gar um tote Soldaten, dann liegt die Verantwortung bei der amerikanischen Regierung. Wann kommt der Tag, da dieses Verhalten endlich als unwürdig erkannt und abgelegt wird? (8)

Es scheint auch niemand der Mitarbeiter der MSM lernfähig zu sein, was die Ziele und die Geschichte der islamischen Eroberungen angeht. Wie bei den Taten der jeunes bucht man das keinesfalls unter Islam in Aktion ab, sondern unter jedem anderen Titel, Soziales, Kriminelles, Merkwürdiges, Unerklärliches etc.

Wie ist es vor 200 Jahren? Warum bemüht Thomas Jefferson den Koran? (9)

Joshua E. London schreibt am 16. Dezember 2005 in der National Review zum Thema: America´s Earliest Terrorists, Amerikas früheste Terroristen, über die Lehren aus Amerikas erstem Krieg gegen islamischen Terror: Amerika ist eingetreten in den Kampf eine sehr geraume Zeit, nachdem der Feind zu den Waffen rief, schreibt er über die damalige militärische Lage: Schlecht geplant, schwach ausgeführt, gehen die amerikanischen Anstrengungen mühsam und zu hohen Kosten voran und münden in einen übereilt verhandelten Frieden und einen ebenso übereilt ausgerufenen Sieg.

Thomas Jefferson und John Adams, Botschafter in Frankreich und England, verhandeln 1786 mit Sidi Haji Abdul Rahman Adja, Botschafter Tripolitaniens in London, um einen Friedensvertrag auszuhandeln und die jungen USA vor der Bedrohung durch die Berber-Piraterie zu schützen. Auf die Frage, warum seine Regierung so feindselig sei gegenüber den USA, die ihr nichts getan hätten, antwortet der Botschafter laut Bericht von Thomas Jefferson und John Adams an den Kongreß, daß dies auf den Gesetzen ihres Propheten gegründet sei, daß es in ihrem Koran stünde, daß alle Nationen, die nicht ihre Herrschaft anerkannt hätten, Sünder seien, daß es ihr Recht und ihre Pflicht sei, Krieg gegen sie zu führen, wo immer man sie finde, und zu Sklaven alle zu machen, die sie gefangen nehmen könnten, und daß jeder Muslim, der im Kampf fiele, sicher sei, ins Paradies einzugehen.

Die Berber erklären ihre Piraten auch dann noch zu Glaubenskriegern, als deren Räubereien, das Kapern der Schiffe, allein der Bereicherung der Paschas dienen. (10)

So ist es bis heute, eine Trennung zwischen Religion einerseits und Politik, Macht- und Herrschaftsstreben andererseits ist nicht zu erkennen. Mit dem Glaubenskrieg wird jedes Verbrechen gerechtfertigt. Von den Barbaren der Zeit des Thomas Jefferson und der jungen Vereinigten Staaten bis heute herrschen diese Regeln unverändert fort. In den Anfängen der USA gibt es keinen Kolonialismus, keinen US-Imperialismus, kein Erdöl, keinen Staat Israel, keinen Afghanistan-, keinen Irakkrieg und kein Enduring Freedom, und dennoch gelten die gleichen Gesetze des Islam wie heute. Das Kapern des Dreimasters unter diesem Gesichtspunkt einzuschätzen, das fällt niemandem ein. Die Auftraggeber der Piraten schöpfen das vermeintliche Recht dazu aus dem Koran, Arnand La Grange aber weist diskret hin auf die Verantwortung der USA.

Die aus der konsequenten Anwendung der Lehren des Islams verübten Verbrechen überziehen nicht nur die islamischen Staaten, sondern inzwischen destabilisieren sie die gesamte Welt. Politiker, Justiz und Medien, die gefordert sind, etwas gegen die nicht mehr schleichende, sondern galoppierende Islamisierung zu unternehmen, die einen, in dem sie den politischen Willen zum Erhalt der Demokratie durchsetzen, die anderen, in dem sie die gesetzlich vorgesehenen Sanktionen konsequent verhängen, und die Medien, in dem sie die Bevölkerung aufklären über die Politideologie Islam, sie alle versagen.

Welch ein Glück für mich, daß ich mit meinem Moniteur WLan noch nicht sofort ins Internet gekommen bin, so sind mir wenigstens drei Tage die naiven oder heuchlerischen Berichte über den friedlichen Islam erspart geblieben. Im Urlaub reicht es aus, die Provinzzeitungen zu durchstöbern: erstochener Säugling, seine muslimische Mutter durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt, ein jüdischer Student krankenhausreif geschlagen und getreten und dafür mit 1000 Euro entschädigt sowie ein Dreimaster von somalischen Piraten geentert und die Besatzung versklavt, das reicht fürs Wochenende.

Jetzt geht´s ans Tête de veau, dann wird im Beaujolais Wein gekauft für die Freunde in Deutschland, der gute Fleurie von Michel Desprès, der Sonntag wird vertrödelt, und am Montag gibt´s Grenzüberschreitungen, nach Luxemburg und nach Deutschland. (11)

Geschrieben im Hotel Chez Françoise, Bannes, wo der Empfang freundlich, das Essen nicht erwähnenswert und der Internetzugang vorbildlich sind. (12)

Fortsetzung folgt ...

6. April 2008

Update

Die Überschrift "Perpignan - Bonn" gewählt, aber noch nicht dort angekommen, das ist tollkühn. Aus dem Hotelfenster geschaut am Montagmorgen, und frau traut ihren Augen nicht: eine verschneite Welt. Diese erstreckt sich bis hinter die Grenzen Luxemburgs, weit hinein nach Rheinland-Pfalz, das Schneetreiben wird immer ärger, der schwarze Himmel schüttet weiße Flocken in Fülle, und auf der Gegenfahrbahn ist das Chaos nach einem schweren Unfall zu sehen. Ausgebrannte Autos werden abgeschleppt. Willkommen in Deutschland!

Hinter Trier wird das Wetter besser, und in Bonn blühen die Frühlingsblumen. Kaum ist frau bei den Freunden angelangt, gehen die Diskussionen ab über Bürgergeld, Flat Rate Tax, Legalisierung aller Drogen. (13)

Wir kommen vom Marschall Sébastien Le Prestre, Marquis de Vauban (1633 - 1707), über Prof. Dr. Paul Kirchhof zu Prof. Dr. Udo di Fabio, und Das bedrängte Drittel ist Thema: (14)

Das Grundgesetz darf nicht im Sinn einer axiomatischen Prämisse so verstanden werden, als habe der einzelne a priori gegen die Gemeinschaft einen Anspruch auf Existenzsicherung. In diesem Fall wäre individuelle Freiheit lediglich als Restposten, post festum, möglich. Zwar liegt auf der Hand, daß eine angemessene Existenzsicherung für Bedürftige es erfordert, der Freiheit und dem Eigentum der Erfolgreichen etwas zu nehmen. Doch bevor über Ansprüche gegen die Gemeinschaft - auch und gerade über berechtigte Ansprüche - geredet werden kann, muß über die eigene Pflicht zum Erfolg geredet werden. Denn die Gemeinschaft, das sind die anderen.

Solche Sätze hören und lesen Politiker nicht gern. Die Folgen treffen alle, und so regt sich Widerspruch: Politik verkommt zu Gefälligkeiten, meinen die Finanzexperten, und der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung Josef Schlarmann, wirft der "Machtkanzlerin" vor, von zentralen Parteigrundsätzen abgewichen zu sein. Das ist im Tagesspiegel vom 14. April à la une, da bin ich lange aus Bonn fort; die CDU entdeckt, daß sie eine ehemalige DDR-Sozialistin zur Kanzlerin gekürt hat. Ein Blick auf den Lebenslauf unserer Kanzlerin, in Wikipedia, reicht bereits für eine Ahnung aus, und spätestens beim Abgang des Friedrich Merz hätte man wissen können, was die Wahl der Angela Merkel zur Kanzlerin bedeutet, die Abschaffung des "Professors aus Heidelberg" zugunsten eines Herummerkelns ist ein weiteres Signal gewesen, aber die Völker wollen keine Signale hören. (15)

Affaire à suivre ...

Berlin, 14. April 2008

Quellen

(1) Crémieu, ville médiévale
http://www.ville-cremieu.fr/

Logis de France 2008, 3200 hôtels-restaurants, S. 690
http://www.logis-de-france.fr

(2) Saudi-Arabien, die "palästinensische Sache" und die Arab Bank.
9. November 2008
http://www.eussner.net/artikel_2004-11-09_21-16-10.html

Das Schaf blökt Neuigkeiten über Abdelkader Bouziane. 24. April 2004
http://www.eussner.net/schaf_2004-09-18_23-03-18.html

(3) Le Dauphiné libéré
http://www.ledauphine.com/

Ligue Internationale contre le Racisme et l´Antisémitisme (LICRA)
http://www.licra.org/

(4) Auberge Campagnarde à Soudon
http://tinyurl.com/5o2hks

Tête de veau. Par Jean-Pierre Vigato, Saveurs du monde
http://www.saveursdumonde.net/ency_6/triperie/vigato.htm

(5) La-Balme-les-Grottes. Tourisme en France
http://www.tourisme.fr/office-de-tourisme/la-balme-les-grott es.htm

(6) Commune de Lagnieu
http://www.ville-lagnieu.fr/

Le Progrès. Presse Régionale
http://www.leprogres.fr/

(7) "Un voilier français aux mains de pirates somaliens." Par Arnand La Grange,
Le Figaro, 5 avril 2008, p. 6 (nicht online)

289´/ 88 m Le Ponant. CNM Yachts
http://www.cmnyacht.com/fr/pageLibre00010539.html

Somali Pirates: France considers rescue mission for pirated yacht. EagleSpeak,
April 6, 2008
http://eaglespeak.blogspot.com/2008/04/somali-pirates-france -considers-rescue.html

(8) Doch mehr Soldaten nach Afghanistan? 13. Februar 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-02-13_19-50-27.html

(9) Keith Ellison oder: Warum Thomas Jefferson einen Koran kauft. 7. Januar 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-01-07_00-52-29.html

(10) America´s Earliest Terrorists. Lessons from America´s first war against Islamic terror. By Joshua E. London, National Review, December 16, 2005
http://www.nationalreview.com/comment/london200512160955.asp

(11) Le Domaine de deux Fontaines. Vin de Fleurie. Michel Despres
http://www.despres-michel.com/

(12) Logis de France 2008, 3200 hôtels-restaurants, S. 301
http://www.logis-de-france.fr

(13) Vauban und der Einheitssteuersatz des Paul Kirchhof. 28. März 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-03-28_14-58-34.html

(14) Das bedrängte Drittel. Von Professor Dr. Udo di Fabio. F.A.Z. vom 28. Oktober 2006
http://tinyurl.com/5dwat7

(15) Wirtschaftsflügel der CDU rechnet mit Merkel ab. Von Rainer Woratschka, Der Tagesspiegel, 14. April 2008

http://tinyurl.com/3oorhy

Angela Merkel. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel


Hoch zum Seitenanfang Diese Seite drucken
Zurück zur vorigen Seite Zum Archivdieses Abschnitts Weiter zur nächsten Seite