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George Habash - Tod eines Blumenverkäufers

Als ob ein Blumenverkäufer gestorben wäre, meint Blogger FreeSpeech, der die Site Nebeldeutsch betreibt; er nähert sich, gewissermaßen als Nachfolger des Karl Kraus, über die Sprache den Lügen des Islams und seiner Lobby in Politik und Medien des Westens. Es ist in der Tat so, daß bereits durch die Analyse der Sprache eines Textes manches entlarvt werden kann. (1)

Die Berichterstattung der NZZ zum Tod des Blumenverkäufers

Wie bereits im Artikel George Habash: Deutscher Nachruf und Nécrologie à la française erwähnt, macht ihn die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) in einem AP-Bericht zum politisch Verfolgten Israels: Wegen seiner radikalen Haltung wurde Habasch zur Zielscheibe für den israelischen Geheimdienst. Über die Auswirkungen auf die Schweiz, das von George Habash mit Terror heimgesuchte Land, berichtet die NZZ so: Die PFLP machte 1970 mit drei spektakulären Flugzeugentführungen auf sich aufmerksam. Dabei entführte sie drei Flugzeuge der Fluglinien Swissair, BOAC und TWA in die jordanische Wüste. Dort zwangen die Entführer die Fluggäste zum Verlassen der Maschinen und sprengten diese in die Luft. (2)

Noch schlichter tut der Tages-Anzeiger den Tod des George Habash ab, wobei der Hinweis auf Verfolgung durch Israel auf Grund seiner radikalen Haltung in den wenigen Zeilen nicht fehlen darf: George Habash ist seiner Gesinnung wegen Zielscheibe für den israelischen Geheimdienst. (3)

Habash hat einen Swissair-Flieger heruntergeholt, und das wurde im Tagesanzeiger in Zürich berichtet, wie wenn er mal in Zürich auf der Bahnhofstrasse Süssigkeiten verteilt hätte, meint FreeSpeech dazu. So berichtet es auch die NZZ.

Durch einfaches Recherchieren ist herauszufinden, daß George Habash seine Terroristen beauftragt, am 6. September 1970 nicht drei, sondern vier Flugzeuge simultan zu entführen. Innerhalb von zwei Stunden werden drei Flugzeuge entführt. Die vierte Maschine, der El Al, die von Amsterdam nach New York fliegen soll, wird durch Leila Khaled und Patrick Arguello entführt. Die Entführung mißlingt, da zwei weitere Terroristen es nicht schaffen, ins Flugzeug zu kommen. Das Flugzeug landet in London Heathrow, Patrick Arguello wird von einem israelischen Sicherheitsbeamten erschossen und Leila Khaled in London inhaftiert.

Das findet die NZZ nicht erwähnenswert, vielleicht weil es sich um ein israelisches Flugzeug handelt, und weil die Israelis der Entführung Herr werden? Die Flugzeuge landen nicht alle in der jordanischen Wüste, auf dem Dawson´s Field, dem späteren Revolution Airstrip, der PanAm Jet wird gezwungen nach Beirut zu fliegen, am nächsten Tag geht´s weiter nach Kairo, wo er unmittelbar nach der Evakuierung seiner 176 Passagiere in die Luft gesprengt wird. Der Monat ist weltweit bekannt als Black September, aber schon die Erwähnung hätte gereicht, den Begriff "radikale Haltung" in Bezug auf George Habash obsolet werden zu lassen. (4)

Die Rolle der Leila Khaled, des führenden Mitglieds der PFLP, bei den Flugzeugentführungen hält die NZZ nicht für erwähnenswert, wohl aber, daß diese inzwischen 64-jährige Terroristin telefonisch aus dem Krankenhaus den Tod ihres Führers mitteilt. Ein Hinweis wäre vielleicht angebracht gewesen, daß sie vom 1.-Mai-Komitee im Jahr 2001 nach Zürich eingeladen wird.

Das führende Mitglied der PFLP Leila Khaled beim Zürcher 1.-Mai-Komitee

Das 1.-Mai-Komitee hat mit der Einladung von Leila Khaled in ein Wespennest gestochen. In der Polemik, die sich um die zur "Luftpiratin" abgestempelten 1.-Mai-Rednerin entwickelt hat, kommt die heute in Amman lebende, 57-jährige palästinensische Mutter nicht zu Wort. Wer ist Leila Khaled? ...

Leila Khaled, Streitbar, sympathisch und mit Charisma, beehrt das Land ihrer Opfer am 30. April 2001, das Zürcher 1.-Mai-Komitee ist empört über Kritik, die dagegen laut wird. Sie ist für das Komitee auch keine Luftpiratin, sondern eingeladen ist sie als palästinensische Mutter. (5)

Diskussion: Nationale oder soziale Befreiung? Die palästinensische Linke, der Islamismus, Oslo und die Flüchtlingsfrage. Ein Seminar mit Leila Khaled (mit Simultanübersetzung englisch-deutsch), 12 bis 15 Uhr, Zeughaus 5.

Die Terroristin ist auf der Welt anscheinend die einzige, die dem 1.-Mai-Komitee Zürich, dem kommunistischen Nischenbiotop, genehme Ansichten vorzubringen hat, wozu die Kosten für den Simultandolmetscher nicht gescheut werden. Der 1. Mai ist Kampftag für die einseitige Parteinahme im Nahostkonflikt. Ein Blick auf die Mitgliederliste des Komitees ist aufschlußreich: Kreisparteien der Sozialdemokratischen Partei, Jusos, Junge Grüne Zürich, Partei der Arbeit, prominentes Mitglied Erica Deuber-Pauli, Ehefrau des erklärten Israelfeindes Jean Ziegler und Freundin des Tariq Ramadan, ein baskisches Euskadi Komitee. Die Statuten des Komitees gibt´s auf türkisch und auf deutsch (6)

Am Nachmittag des 29. Januar 2008 ist das Pamphlet des 1.-Mai-Komitees mit den Programmeinzelheiten noch direkt aufzurufen, am Abend findet man es nur noch im caché. Es werden zu viele beim Recherchieren gelesen haben, welche Sympathien in Zürich für Terroristen herrschen, so daß jemand beschließt, die Site zu putzen. Die NZZ dokumentiert ihre Haltung vor allem durch das, was sie wegläßt beim Bericht über den Tod von Geroge Habash: Tod eines alten kranken Blumenverkäufers.

Robert-Roger Martin äußert zur Einladung der Leila Khaled, im April 2001: (7)

Ich finde es einfach unglaublich, dass eine Person des internationalen Terrorismus (Gruppierung Georges Habasch, Verbindungen zu Arafat, Carlos, RAF, Brigade Rosse, Stasi usw.) in die Schweiz kommen soll. Eine Person, an deren Händen Blut klebt ! Dies ist zumal auch schlecht für die Sache der Palästinenser, da die Habasch-Gruppierung ultraradikal ist und Arafat und seine Organisation (PLO) nur gerade knapp bis heute von der Habasch-Gruppierung gewährt wurde, aber weit weg von einer Akzeptanz !

Es heisst nun, sie hätte ein Visum (siehe unten) bekommen: kennt die Schweiz den Begriff "unerwünschter Ausländer" im Sinne des Landesfriedens nicht mehr? Wo bleibt die Pietät gegenüber Toten, Verletzten, Geiseln der Terrorakte von Zürich, Würelingen, Zerqa, Rom, Athen und München-Olympia? Aus diesem Grunde finde ich es absolut notwendig, wenigstens mit Leserbriefen und Erzählung der damaligen Geschehnisse die Leute aufzurütteln, wie vergesslich wir geworden sind. Beim Holocaust wurde diese Vergesslichkeit teuer! Oder werden wir nächstes Jahr die Terroristen von Luxor einladen?

Wie man sieht, ist Robert-Roger Martin zu der Zeit kein Gegner, sondern eher auf der Seite der Palästinenser und ihrer Ansprüche, er meint, die PFLP und ihre Terroristin dienten nicht der Sache der Palästinenser.

Fakten, die im Nekrolog der NZZ für George Habash fehlen

Während man zur Beschönigung des als Freiheitskampf bezeichneten Terrors in den Medien gern verbreitet, im Gegensatz zu den Gepflogenheiten der heutigen "islamistischen" Terroristen hätten die Passagiere der von der PFLP entführten Maschinen immer aussteigen dürfen, bevor die Maschinen gesprengt wurden, daß die Schädigung von Menschen nicht von der PFLP beabsichtigt worden sei, sehen die Tatsachen anders aus. Gerade die Beispiele aus der Schweiz werden den Lesern der Schweizer Zeitungen vorenthalten.

Am Dienstag, 18. Februar 1969, abends, nehmen vier Terroristen des George Habash auf dem Flughafen Zürich-Kloten eine Boeing 720 B der El Al mit Infanteriewaffen unter Beschuss. Dem beherzten Einsatz von Flugkapitän Tiger an Bord und der Feuerwehr des Flughafens Kloten ist es zu verdanken, daß die Katastrophe mit dem vollgetankten vierstrahligen Flugzeug ausbleibt. Knapp zehn Monate später werden die drei überlebenden Terroristen vom Bezirksgericht Winterthur zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt, berichtet Robert-Roger Martin, seinerzeit als Unteroffizier in Kloten im Einsatz.

Am 21. Februar 1970, um 13:30 Uhr, stürzt die Swissair-Coronado CV 990 HB-ICD "Basel-Land" nach einem Bombenanschlag palästinensischer Terroristen in einem Wald bei Würenlingen (AG) ab. Alle 47 Insassen, davon neun Besatzungsmitglieder, kommen ums Leben. Ein in München aufgegebenes Postpaket bringt nach einer Explosion (Barometer als Auslöser der Zündung beim Steigen des Flugzeuges Richtung Gotthard) an Bord die vierstrahlige Coronado zum Absturz. Die Verantwortung für den Anschlag übernimmt die Gruppe von Georges Habash. Ein Video zum Thema Zeitreise, vom 24. Mai 2003, enthält Informationen über das Attentat. (8)

Leila Khaled als Gast im Vereinigten Königreich

Im Januar 2001 wird die Terroristin der PFLP auf Einladung des George Galloway, er ist damals Hinterbänkler der Labour Party, die Einreise nach England gestattet, obgleich sie am 6. September 1970 die Maschine der El Al, von Amsterdam nach New York, entführen will und ihr Komplize bei dem mißglückten Versuch erschossen wird. Im Mai 2002, nach dem 11. September 2001, kann die Terroristin erneut in England einreisen, um am 18. Mai auf dem Trafalgar Square an einer Demonstration gegen den Irakkrieg teilzunehmen. Eine Terroristin kehrt zurück, betitelt das City Journal einen Artikel von Theodore Dalrymple zum Thema. (9)

Obgleich sie in England jederzeit angeklagt und verurteilt werden kann, hält sie sich zehn Tage unbehelligt dort auf, wo sie getreu ihrer Ideologie am 22. Mai vor Studenten der School for Oriental and African Studies (SOAS) der Londoner Universität über Terrortaktiken referiert und erklärt: Es gibt keine Suizidbomber, das sind Freiheitskämpfer. Die Tatsache, daß Freiheit kein auffälliger Aspekt der politischen Kultur des Teiles der Welt ist, aus dem sie kommt, scheint ihr entgangen zu sein, meint Theodore Dalrymple. (10)

Die Hauptrednerin Leila Khaled ist eine von drei Rednern in der SOAS, die beiden anderen sind John Rose, von der linksradikalen Socialist Workers Party, und die in der SOAS beschäftigte palästinensische Autorin Dr. Ghada Karmi. Die drei Redner argumentieren nicht auf der Grundlage des Islams, sondern politisch linksradikal. John Rose sprach vom sozialistischen Standpunkt aus und argumentierte gegen Imperialismus und Globalisierung sowie für die Rechte der Palästinenser auf ein Heimatland, Ghada Karmi habe die Selbstmordattentate indirekt gebilligt, es gebe einen Grund für sie, und Israel sei dafür verantwortlich, sie empfahl den Boykott israelischer Produkte und einen akademischen Boykott von israelischer Forschung, israelischen Wissenschaftlern und Konferenzen, berichtet Hasan_Ali_Imam auf Bangladesh.com. Leila Khaled habe inzwischen eine Jugendgruppe gegründet, "Che-Leila", benannt nach diesen beiden Revolutionären. Sie rechtfertige Selbstmordattentate als Antwort auf die Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten der Israelis gegen die Palästinenser und frage sarkastisch: Wie sollen wir zurückschlagen ... mit Rosen? Einverständiges Gelächter bei den Zuhörern!

Es gab am Ende vom Auditorium stürmischen Applaus für die alterfahrene palästinensische Kämpferin. (11)

Interessant ist es zu sehen, wie die Ansichten der Redner auf Blogs von arabischen Muslimen eingeschätzt werden, auch Hasan_Ali_Imam drückt es aus: Schluß mit nationalistischen und patriotischen Aktivitäten für einen säkularen demokratischen Staat für die Palästinenser! Die revolutionären Ideen der westlichen Antiimps und von Arabern wie Leila Khaled und Ghada Karmi sind zugunsten der Politideologie Islam abserviert. Die Probleme des Konfliktes im Nahen Osten kämen aus der Abwesenheit von Religion. So sieht´s auch der Angry Arab News Service: (12)

Mit allem gebotenen Respekt für die Anhänger von Michel Aflak, George Habash und Nayef Hawatmeh, der Beitrag der Linken zur Sache verdient, wenn die Geschichte des palästinensischen Kampfes für die Freiheit geschrieben wird, nicht mehr als eine Fußnote von "sie haben ebenfalls beigetragen".

Wer nun aber meint, Leila Khaled verschwinde für alle Zeiten in der Versenkung, der macht die Rechnung ohne die Linksradikalen. Die Iren wollen sie für Juli/August 2005 einladen. Sie soll auf dem jährlichen Kunstfestival Féile an Phobail in Belfast, einem Benefiz-Festival, zum Thema Palästina heute - der Friedensprozeß und Hoffnungen für die Zukunft auftreten. Es ist auffällig, welchen Bedarf linke und linksradikale westliche Gruppen an Vorträgen ihrer mordenden, bombenden und flugzeugentführenden Kollegen aus den palästinensischen Gebieten haben, wozu wollen sie die in Haifa geborene Palästinenserin Leila Khaled zum Vortrag aus Amman ankarren, aus Jordanien?

Dieser Staat, 76 Prozent Palästinas, wird 1922 von den Briten gegen internationales Recht den Arabern überlassen, von Ost-Palästina in Transjordanien umbenannt und 1946 zum Staat Jordanien erklärt. (13)

Was hat die Terroristin verloren in einer als Unterhaltung vorgestellten Veranstaltung, die Volksmusik und Rock-Konzerte, Komödien, Dramen, Karnevalsparaden, Sport, Touren und Wanderungen, Diskussionen und Debatten, literarische und Ereignisse für Kinder sowie vieles mehr vorsieht? Was sollen die Teilnehmer von Leila Khaled lernen, welchen Gewinn soll es ihnen bringen, daß diese Frau vor einem bunten Publikum von der Vergangenheit schwärmt, die Selbstmordattentate rechtfertigt und zum Boykott Israels aufruft? (14)

Die vier Kategorien der Aktivitäten des Festivals 2008, wie auf der aktuellen Site zum diesjährigen Fest angekündigt, sind wieder Musik und Konzerte, Gemeindeentwicklung, Touren und Wanderungen, Jugend und Schulen. (15)

Wir in diesem Teil Irlands werden daran gehindert, ihre wichtigen Ansichten über Frieden zu erfahren, und sie wird daran gehindert, über unseren Friedensprozeß zu hören. Das ist die Art, wie Tony Blair die Palästinenser ermutigt zur friedlichen Verfolgung ihrer Sache, lautet die Klage auf dem Blog SAOIRSE32. Vertrieben von den Zionisten, habe die Mutter der Leila Khaled mit ihren acht Kindern Haifa verlassen, der Vater sei zurückgeblieben und im Widerstand aktiv geworden. Der Rest des Textes ist bewundernde Rechtfertigung des Terrors der Leila Khaled und der PFLP. (16)

Nekrolog auf George Habash in der US-Zeitschrift TIME

Neben der minimalistischen Berichterstattung über den Tod des George Habash, wie ihn die Schweizer Medien NZZ und Tages Anzeiger würdigen, Zeitungen eines Landes, das mehrfach direkt vom Terror des Terroristenführers heimgesucht wird, und der verständnisvollen Behandlung des Trauerfalles durch den Grand Reporter des Figaro Georges Malbrunot, der das Hinscheiden eines natürlichen Verbündeten Frankreichs gegen die USA, die Hegemonialmacht im Nahen Osten, beklagt und das politische Testament des Terroristen veröffentlicht, gibt es eine dritte, ganz anders geartete, die sich zur Aufgabe macht, am Tod des George Habash nachzuweisen, daß der aus dem Nahen Osten weltweit verbreitete Terror seinen Ursprung nicht im Islam hat. (17)

Welche Freude wird es bei denjenigen auslösen, die schon immer behaupten, Adolf Eichmann&Co. hätten den Antisemitismus ab Mitte der 30er Jahre nach Palästina gebracht!

Scott MacLeod, von TIME/CNN hat schon lange keine solche Steilvorlage mehr bekommen zum scheinbaren Beweis, daß der palästinensische oder arabische Extremismus nicht aus dem Islam stammt, von der puritanischen Intoleranz der Wahhabiten und so weiter. Im Chor der griechisch-orthodoxen Kirche habe George Habash zu Hause in Lydda gesungen, auch Komplize Wadi Haddad ist griechisch-orthodoxer Herkunft, Reflexion über die Gewalt im Nahen Osten, im israelisch-palästinensischen Konflikt, sei angesagt. Die Taktik der ersten Flugzeugentführungen sei 1968 aus der PFLP gekommen und schließlich von al-Qaida am 11. September 2001 übernommen worden. Nun folgen Sätze, in denen Scott MacLeod die Verbrechen der PFLP in den düstersten Farben malt: die niederträchtigsten Akte des Terrorismus ... Massaker von 24 Passagieren auf Israels Lod International Airport. Bis zur Aktion der israelischen Anti-Terrorismus-Kommandos in Entebbe, 1976, hätte die kleine aber radikale Gruppe der PFLP in Zyklen immer extremere Gewalt angewendet. Die heutigen Selbstmordattentate sowie die Greueltaten an Massen, wie die vom 11. September 2001, bezeichnet der Autor als nihilistisch. Ein Blogger wie Hasan_Ali_Imam beklagt gerade diesen Nihilismus, diese Ferne von Allah, bei der PFLP. Osama Bin Laden würde es vielleicht verwundern zu lesen, daß die Taten der Qaida Racheakte für den Palästinensern von den Israelis angetane Schmach sein sollen. Die Palästinenser sind allenfalls nebenbei interessant; denn die Stoßrichtung ist die Islamisierung der Welt, friedlich oder mit Gewalt. Solange es Flugzeuge gibt, werden sie in allen kriegerischen Handlungen taktisch eingesetzt, bis hin zu den Kamikaze.

Scott MacLeod ist wie Georges Malbrunot wiederholt Interviewpartner des Terroristen, der seine Taten rechtfertige aus der Tatsache, daß seine Familie 1948 ihr Haus im israelischen Unabhängigkeitskrieg verloren habe, in der naqba. Eine Schwester sei zu der Zeit gestorben, nicht direkt durch die Israelis, sondern durch Krankheit, aber die habe George Habash ebenfalls den Israelis zur Last gelegt, die Schwester habe nicht ausreichend medizinisch versorgt werden können. Durch diese Ereignisse sei der vorher gläubige Christ vom Glauben abgefallen. Es ist bei ihm wie bei den Muslimen immer: da Allah alle Macht zugeschrieben wird, ist er auch für das Unglück verantwortlich. Die Juden haben solche Zuweisungen seit Hiob unter großen Schmerzen und Opfern hinter sich gebracht oder können sich zumindest an die Erfahrungen Hiobs erinnern, um mit ihrem Schicksal ins reine zu kommen.

Der Terror des George Habash hat ein anderes Ziel als das der fundamentalistischen Muslime aller Zeiten, nicht nur derjenigen von heute. Jener beginnt den Terror, um einen Aufstand der Palästinenser gegen Israel und Revolten des Volkes in arabischen Ländern wie Jordanien zu initiieren, diese setzen den Terror im Rahmen der Islamisierung der Welt ein. Der Terror der PFLP funktioniert bald im Selbstlauf; denn den intelligenten Führern wird klar, daß sie keine Massenerhebungen auslösen, so daß sie sich darauf beschränken, mit ihren Aktivitäten Israel zu destabilisieren und sein Ansehen in der Welt zu demontieren. Der Terror der fundamentalistischen Muslime dagegen dient immer dem Ziel der Islamisierung, die Frage ist nur, wann von der friedlichen zur gewaltsamen Islamisierung überzugehen ist. Davon handelt beispielsweise die Meinungsverschiedenheit, die Tariq Ramadan in Kopenhagen, im Oktober 2005, mit den verrückten Imamen der Mohammed-Karikaturen wegen hat. (18)

Die Gewaltaktionen der Palästinenser haben noch nie der Gründung eines palästinensischen Staates gedient, sondern immer nur der Zerstörung Israels, das ist die gerechte Sache, für die auch George Habash ficht. Die Vertreibung der Juden aus Palästina, von dem Restfleckchen, das etwa 18 Prozent des britischen Mandats Palästina ausmacht, darum wird heute gekämpft, weil es im Zentrum einst vom Islam eroberten Gebietes liegt. Das bekräftigen die Palästinenserführer immer wieder, besonders aus dem Mund von Abu Lotf klingt es überzeugend: die Identität der arabischen Palästinenser entsteht aus dem Kampf gegen Israel zur Befreiung und Rückführung des Landes in islamisch-arabische Verwaltung. Yasser Arafat hat zeit seines Lebens nichts anderes vor. Die religiöse Begründung wird vom Newcomer Hamas in ihrer Verfassung, vom 18. August 1988, nachgereicht. (19)

Im Artikel Meeting George Habash versucht Scott MacLeod, den Lesern klarzumachen, daß der Terror nichts mit dem Islam zu tun hat, "islamischer" Terror sei dank Osama Bin Laden eine Obsession: Da gibt es so eine Theorie, daß Islam dem Terrorismus gleichbedeutend sei. Der Autor bezieht sich sehr wohl auf den Islam und nicht auf einzelne oder Gruppen von Muslimen, und der Islam bedeutet in der Tat Terror, zunächst unblutigen Psychoterror, und wenn der nicht wirkt, dann gewaltsamen Terror. Sowohl die westliche Welt und Israel als auch die islamischen Staaten erleben ihn täglich in der einen oder anderen Form. (20)

Der Terror ist sowohl beim nationalistischen, sozialistischen Patriotismus, als auch beim fundamentalistischen Islam integraler Bestandteil des Systems. Der Rest sind taktische Fragen.

Die Zusammenarbeit der PFLP mit Carlos, Che Guevara, den italienischen Roten Brigaden, der Baader-Meinhof-Bande, der japanischen Roten Armee: Was hat das alles zu tun mit der Befreiung Palästinas? fragt Scott MacLeod. Na, gar nichts hat es damit zu tun, die Befreiung Palästinas von Israel ist so nicht zu erlangen. George Habash entzweit sich deshalb schon bald mit Wadi Haddad, duldet das Treiben aber weiterhin. Wenn Nihilismus, dann ist er dort zu finden und nicht bei den fundamentalistischen Muslimen, die haben ihr Ziel, die Islamisierung der Welt; denn Islam heißt Unterwerfung. Unsere Presse unterwirft sich freiwillig

30. Januar 2008

Quellen

(1) Nebeldeutsch
http://nebeldeutsch.blogspot.com/

(2) Georges Habash: Deutscher Nachruf und Nécrologie à la française.
29. Januar 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-01-29_00-27-46.html

Arafat-Widersacher George Habasch gestorben. AP, NZZ, 26. Januar 2008
http://tinyurl.com/26o44b

(3) George Habash ist tot. Von grü/ap, Tagesanzeiger, 26. Januar 2008
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/835964.html

(4) Jordan PLO Syria. Black September in Jordan 1970-1971. Wars of the World
http://www.onwar.com/aced/data/bravo/blacksept1970.htm

(5) Streitbar, sympathisch und mit Charisma. 1.-MAI-KOMITEE ZÜRICH
http://www.1mai.ch/archiv/alt/2001/leila.html

(6) 1.-Mai-Komitee. Mitglieder
http://www.1mai.ch/mk/komitee/mitglieder/

Bye, bye, 1. Mai. Von Christoph Mörgeli, 2002
http://www.christoph-moergeli.ch/kolumnen/Bye_Bye_1._Mai.pdf

Partei der Arbeit der Schweiz
http://www.pda.ch/

(7) Terroristin Leila Chaled, als 1. Mai – Teilnehmerin 2001 in Zürich. Von Robert-Roger Martin, April 2001
http://tinyurl.com/2comvg

(8) Absturz einer Swiss Air bei Würenlingen, am 21. Februar 1970. SF Video Player, Zeitreise, 24. Mai 2003
http://tinyurl.com/2fvkzl

Swiss Air Convair CV-990, 21. Februar 1970. Flugzeug-Absturz.de
http://www.flugzeug-absturz.de/open.php?id=258

(9) A Terrorist Returns. By Theodore Dalrymple, City Journal, May 31, 2002
http://www.city-journal.org/html/eon_5_31_02td.html

(10) The School for Oriental and African Studies
http://www.soas.ac.uk/

(11) The Palestinian Cause - Doomed to Failure. b) Talk at SOAS on 22nd May 2002. By Hasan_Ali_Imam, Bangladesh.com, March 23, 2002
http://tinyurl.com/2edk5l

(12) secularism is over and finished with... The Angry Arab News Service,
March 14, 2007
http://tinyurl.com/35aru8

(13) What was the White Paper of 1922? Palestine Facts
http://www.palestinefacts.org/pf_mandate_whitepaper_1922.php

(14) Féile 2005, July 29 to August 9, 2005
http://tinyurl.com/358w7k

(15) Féile an Phobail West Belfast
http://www.feilebelfast.com/

(16) Leila Khaled´s punitive ban is purely cosmetic. By Danny Morrison, Daily Ireland, July 27, 2005. Blog SAOIRSE32
http://tinyurl.com/37ojly

(17) Georges Habache : Les révolutionnaires meurent jamais. Conversations avec Georges Malbrunot. Témoignage pour l´Histoire, Fayard, 23 janvier 2008
http://www.mollat.com/cache/couvertures/9782213630915.jpg

Terrorism´s Christian Godfather. By Scott MacLeod, Kairo. Time, January 28, 2008
http://www.time.com/time/world/article/0,8599,1707366,00.htm l

(18) Dr. Tariq Ramadan in Kopenhagen. 6./8. Februar 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-02-06_02-29-15.html

(19) Die Zukunft nach dem Tod Yasser Arafats - Der Alptraum geht weiter.
14. November 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-11-14_18-18-45.html

Farouq Al-Qaddoumi: In Support of ´Resistance Attacks´ Inside Israel and Pressuring Europe with Oil Hikes; ´We [Fatah] Were Never Different from Hamas´. Memri Dispatch No. 462, vom 28. Januar 2003
http://www.memri.org/bin/opener.cgi?Page=archives&ID=SP46203

New Fatah Leader Farouq Qaddumi: Resistance is the Path to Political Settlement.
Memri TV Clip No. 344, November 11, 2004
http://www.memritv.org/clip/en/344.htm

(20) Meeting Georges Habash. By Scott MacLeod, TIME Blog, January 28, 2008
http://time-blog.com/middle_east/2008/01/meeting_george_haba sh_1.html

Dank für die Tips an FreeSpeech und an Henryk M. Broder!

Der Pate des Terrors. Von Henryk M. Broder, Achse des Guten, 28. Januar 2008
http://tinyurl.com/2dj243


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