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Mittenwald: 50 Jahre Kameradenkreis der Gebirgsjäger

Zum Auftakt der diesjährigen Kameradentreffen von Wehrmacht, SS und Bundeswehr halten ehemalige und Freunde der Waffen-SS-Kameradschaft "Charlemagne", am 8. Mai 2007, eine Gedenkfeier in Bad Reichenhall ab, dem folgt der "Kreta-Tag", am 20. Mai 2007, ebenfalls in Bad Reichenhall, bei dem die Gebirgsjäger die Invasion von Kreta feiern, und am selben Tag ist in Schliersee die revisionistische Annaberg-Feier des "Freikorps Oberland".

Am 8. Mai begeht die NPD den Tag der deutschen Niederlage, betrauert die deutschen Kriegstoten, und zum Treffen der Waffen-SS-Kameradschaft "Charlemagne" berichtet der NPD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern über das traurige Schicksal von zwölf französischen Kämpfern der Waffen-SS-Division Charlemagne, die vom General Jacques-Philippe Leclerc hingerichtet werden. Die Geschichte ist ausführlich dokumentiert auf Wikipedia, dem Volksbrockhaus für Eilige im Internet. (1)

Zum "Kreta-Tag", am 20. Mai 2007, berichtet der AK Angreifbare Traditionspflege:

Am 20. Mai 1941 griff die Wehrmacht die Insel Kreta an und hielt sie bis zum 9. Mai 1945 besetzt. Bis heute gedenken ehemalige Wehrmachtsangehörige, Bundeswehrangehörige und Zivilisten der "Heldentaten" der deutschen Soldaten am Jahrestag der Invasion auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Maleme, dem größten seiner Art in Griechenland. Dort, wo die Wehrmacht über 3500 Zivilisten als Partisanen und deren Unterstützer hinrichtete und über 30 Dörfer komplett zerstörte, trauern Nachkommen und Angehörige der Täter um ihre Opfer, ohne auch nur ein Wort über die Verbrechen der Deutschen während der Besatzungszeit zu verlieren ...

Über das rechtsextremistische/rechtsterroristische Freikorps Oberland und seine Nachfolgeorganisationen gibt es Informationen auf der Web Site des Bündnisses gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland, dort sind auch Informationsveranstaltungen angekündigt. (2)

Kameradschaftstreffen der Gebirgsjäger in Mittenwald

Pfingsten soll es wieder soweit sein. Reichsdeutsche und deutsch-österreichische Veteranen des Zweiten Weltkrieges finden sich gemeinsam mit Aktiven der Bundeswehr zum traditionellen Kameradschaftstreffen der Gebirgsjäger in Mittenwald ein. Hakenkreuze dürfen dabei, wie im Jahre 2002 bewiesen, gern an die stolze Brust geheftet werden, das ist eine geringfügige Verfehlung, die trotz Klage der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes VVN/BdA vom Gericht strafrechtlich nicht geahndet wird. (3)

Wohl aber wird David Goldner wegen "Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen", am 10. Januar 2007, zu 600 Euro, 60 Tagessätzen, Strafe verurteilt, weil er im letzten Jahr, am 27. Mai 2006, zu einer Demonstration gegen das 49. Pfingsttreffen der Kameraden, in seinem Rucksack knapp 200 Flyer der Größe einer Standardpostkarte (DIN A6) mit sich führt. Bis zum Ort des Kameradenaufmarsches kommt er gar nicht erst, die Staatsschutzpolizei macht ihn schon am Mittenwalder Bahnhof dingfest. Der Flyer wirbt für eine Lesung von Stephan Grigat, des Herausgebers des 2006 im ça ira Verlag veröffentlichten Buches mit dem Titel ´Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus.´ Das auf dem Flyer abgedruckte Bild ist das Cover des frei im Buchhandel erhältlichen Buches, das laut Impressum gedruckt ist mit Unterstützung der Universität Wien und des Österreichischen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Auf dem Cover befindet sich das inkriminierte Foto von Hezbollah-Kämpfern, die ihre Hand zum Hitlergruß erheben. (4)

Mit seinem Urteil vom 14. Mai 2007 hat das OLG München David Goldner vom Vorwurf der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§86a StGB) freigesprochen. (5)

Mittenwald ist ein gebeutelter Ort. Nicht genug, daß Leute wie David Goldner friedliche Treffen greiser Gebirgsjäger mit dem jungen Nachwuchs der Bundeswehr aufmischen, sondern die Bürger sind einige Monate später mit entsetzlichen, unfaßbaren Nachrichten konfrontiert: Gebirgsjäger aus Mittenwald betreiben in Afghanistan mit Totenköpfen Scherz, lassen sich damit fotografieren und diskreditieren damit die ganze Stadt. Die aber wehrt sich gegen eine solche Totenschändung: "Diese Soldaten können keine geborenen Mittenwalder sein. Die Einheimischen haben Ehrfurcht vor den Verstorbenen. Hier würde niemand die Totenruhe mit Füßen treten," ist Rentners Meinung. In Wahrheit seien die Ossis schuld, meinen die Städter. Wenn sich aber junge Männer von Anfang 20 Jahren mit in der Wüste herumliegenden Totenschädeln fotografieren lassen, die von den Bewohnern des Landes offensichtlich keiner Bestattung für würdig befunden werden, ist das eine Bagatelle, gemessen an dem Nazikram der Kameradentreffen. (6)

"Vis-a-vis vom Wendelstein gibt´s so viele Tändelei´n", singt Gretl Perelli dazu; einige davon kann man auf der Web Site der Stadt sehen: Mountainbike-Rennen, Karwendel-Berglauf, und den Bozner Markt, vom 4. bis 12. August 2007, als gepflegte Tradition. (7)

Eine weitere Tändelei, gegen die sich die Mittenwäldler nicht wehren, ist für Pfingsten 2007 geplant, das alljährliche Gebirgsjägertreffen alter und junger Kämpfer und von ehemaligen Mitgliedern der Wehrmacht und der SS und deren nostalgischen Freunden, am Hohen Brendten. Das jährt sich in diesem Jahr zum 50. Mal. Seit 2002 finden dazu Protestveranstaltungen von Antifaschisten statt. Die fürchtet der Bürgermeister Hermann Salminger schon jetzt; also nicht das Kameradschaftstreffen, sondern die Proteste der Antifaschisten. Diese schildern die Feiern so: (8)

Seit mehr als 50 Jahren treffen sich jährlich zu Pfingsten greise Gebirgsjäger-Kameraden der Wehrmacht im Schulterschluss mit ihren Bundeswehrnachfolgern im bayerischen Mittenwald. Trotz der stark rückläufigen Teilnehmerzahl ist es die letzte größere soldatische Feier Deutschlands. Von einer Bundeswehrkapelle begleitet, findet unter den Fahnen revisionistischer und faschistischer Organisationen – u.a. der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger – ein ökumenischer Feldgottesdienst statt. Man gedenkt unterschiedslos aller "Opfer" des Zweiten Weltkrieges, seien es deutsche Gebirgsjäger, Soldaten der Alliierten, so genannte "Vertriebene", Angehörige der Mussolini-treuen "Divisione Monterosa" oder in Afghanistan gestorbene Bundeswehrsoldaten. Mit Ansprachen bayerischer Politprominenz versichert die Zivilgesellschaft der Bundeswehr, dass man nach wie vor hinter ihr stehe und stolz auf sie sei. Hochrangige Militärs fordern Kampfbereitschaft und Kriegseinsätze zur Sicherung "deutscher Interessen" weltweit. Antisemitische Ausfälle gegen Überlebende der Shoah begleiten die Veranstaltung. Die von Gebirgsjäger-Einheiten in ganz Europa verübten Kriegsverbrechen und Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges werden vom Kameradenkreis dagegen bis heute geleugnet ...

Lizas Welt schreibt dazu unter dem Titel Garmischer Tragikomödie, im American Thinker, vom 3. Februar 2007, auch in englisch nachzulesen:

Die Traditionspflege des "Kameradenkreises" geht seit 2002 zumindest nicht mehr ungestört über die Bühne. Denn seit jenem Jahr organisiert der Arbeitskreis Angreifbare Traditionspflege Protestaktionen gegen die Versammlungen der deutschen Helden, und das regelmäßig unter erschwerten Bedingungen. In Mittenwald stößt man sich nämlich weniger an den alljährlichen Nostalgieveranstaltungen für NS-Kriegsverbrecher, sondern an denen, die diese Meetings nicht einfach geschehen lassen wollen. Immer wieder kam es zu Festnahmen und anschließenden Strafverfolgungen gegen Demonstranten, während die Gebirgsjägerfreunde stets unbehelligt blieben. (9)

Die wollen die Antifaschisten auch im Jahr 2007 wieder stören. Das vorläufige Programm dazu findet man auf der Web Site Nie wieder Faschismus! Nie wieder Horrido! (10)

Berichte über Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit durch Gebirgsjäger

Demjenigen, der sich einen Eindruck über die Verbrechen der Gebirgsjäger während des Zweiten Weltkrieges verschaffen will, sei die Lektüre des Sendemanuskriptes von Eberhard Rondholz empfohlen: Das Massaker von Kephaloniá. Ein verdrängtes Kriegsverbrechen, vom 16. August 1943. Die Soldaten der 12. Kompanie des Gebirgsjäger-Regiments 98 aus Mittenwald ermorden im nordgriechischen Kommeno in einer "Vergeltungsaktion" 317 wehrlose Menschen, Greise, Frauen und Kinder. 172 Frauen und 145 Männer. 97 sind jünger als 15 Jahre, 14 älter als 65. 13 sind ein Jahr alt. 38 Menschen verbrennen in den Häusern, von denen 181 zerstört werden. Die Gebirgsjäger tun sich hervor mit Morden, Plündern und Leichenfleddern.

In Kephaloniá ermordet die 1. Gebirgsdivision "Edelweiß" vor den Augen der Zivilbevölkerung zwischen dem 16. und 23. September 1943 fast 5000 italienische Soldaten und Offiziere, die auf Grund des Wechsels der italienischen Regierung ins Lager der Alliierten nunmehr "Verräter" sind. Die Täter werden alljährlich zu Pfingsten in Mittenwald sowie bei den jährlichen Treffen der NS-"Edelweiß"-Soldaten und ihrer Bundeswehr-Nachfolger geehrt. Der Dortmunder Oberstaatsanwalt Ulrich Maaß, der im Jahr 2003 endlich Anklage erheben will, muß fürchten, daß ihm Unbekannte etwas antun, ein Bundeswehr-Oberstleutnant a. D., von Demonstranten gegen das Treffen in Mittenwald nach seiner Haltung zu den anwesenden Überlebenden aus Griechenland beim 51. Traditionstreffen der Kameradschaft "Edelweiß" befragt, antwortet, es sei bedauerlich, "wenn sich solche Leute vor den Karren dieser Extremisten spannen lassen." (11)

Eberhard Rondholz berichtet in seinem Feature über die 1. Gebirgsjägerdivision:

Eine von vielen Greueltaten der Edelweiß-Division, die alle ungesühnt blieben. Drei, vier, fünf Jahre Krieg verrohen. Aber Exzesse dieser Art waren selbst auf dem Balkan denn doch die Ausnahme, schreibt der britische Historiker Mark Mazower über die Edelweiß-Truppe. Kurz: Die 1. Gebrigsdivision war, gemessen an Maßstäben militärischer Disziplin, eine total verluderte Truppe, und das ist ihrer Führung anzulasten, Vorgesetzten wie dem Kommandeur des 98. Gebirgsjägerregiments, Oberst Josef Salminger, dem Major Reinhold Klebe, und dem berüchtigten Kampfgruppenführer von Hirschfeld ... (12)

Im Sendemanuskript ist auch zu lesen, wie die Staatsanwaltschaft Dortmund auf eine Anzeige von Simon Wiesenthal hin von 1962 bis 1968 ermittelt, trotz zahlreicher Zeugen, darunter 123 Gebirgsjäger, die an dem Verbrechen beteiligt waren, keinen Täter der Ermordung der 5000 Italiener ausfindig machen kann; griechische Zeugen werden nicht befragt, und das Verfahren wird einstellt. Sozialdemokratische Justizminister segnen das ab. Das Ermittlungspersonal besteht aus Nazi-Staatsanwälten, von denen zwei seit 1933/34 und drei zum Zeitpunkt des Verbrechens von Kephaloniá Mitglieder der SA und NSDAP sind. Der Professor für Rechtsgeschichte an der Universität Bremen Christoph Schminck-Gustavus erforscht das Kriegsverbrechen von Kephaloniá. Er berichtet über die Nachkriegskarriere dreier Täter, man kann es in der Rezension von Jakob Knab bei Amazon.de nachlesen: (13)

  • Hubert Lanz, zunächst in Nürnberg als Kriegsverbrecher zu zwölf Jahren verurteilt und dann zu drei Jahren begnadigt, wurde sicherheitspolitischer Berater der FDP.
  • Karl Wilhelm Thilo schaffte es bis zum Drei-Sterne-General der Bundeswehr.
  • Reinhold Klebe, der das Todesurteil gegen den italienischen General Gandin verlesen hatte, wurde im Juli 1956 Standortältester der Bundeswehr in Mittenwald.

Josef Salminger, Ritterkreuzträger, ist der Vater von Mittenwalds Bürgermeister Hermann Salminger, der heuer so besorgt ist über zu erwartende Demonstrationen zum 50. Jahrestag des Kameradschaftstreffens. Vielleicht kann das die Frage beantworten, die Eberhard Rondholz im Namen zahlreicher junger Deutscher stellt, was deutsche Politiker wie Edmund Stoiber, Mitglied im Kameradenkreis, sowie katholische und protestantische Geistliche veranlaßt, sich mit den alten Kameraden von der Killertruppe unterm Edelweiß gemein zu machen: es feiert gemeinsam, was zusammengehört. (14)

Die Lektüre der Forschungsergebnisse des Historikers Ralph Klein, Mitglied im AK Angreifbare Traditionspflege, ist ebenfalls zu empfehlen. Er schreibt im Artikel Das Polizei-Gebirgsjäger-Regiment 18: Massaker, Deportation, Traditionspflege über die Deportation von Athener Juden nach Dachau und Auschwitz, im März 1944. Das Polizei-Gebirgsjäger-Regiment 18, das einzige Polizeiregiment unter diesen Formationen, stellt seinerzeit die Wachmannschaft. (15)

Jean-Luc Bellanger berichtet ausführlich über diesen Artikel in der Mai-Nummer des Patriote Résistant. Er berichtet von der Nazi-Nostalgie, an der sich deutsche Politiker beteiligen. Demonstranten werden von diesen Zusammenrottungen ferngehalten, und man sieht am Fall des David Goldner, auf welcher Seite die bayerische Polizei und die deutsche Justiz stehen: sie schützen die alten und neuen Nazis.

Die Kameradschaft gibt eine Zeitschrift heraus, die alle zwei Monate erscheint, sowie Literatur über Erinnerungen aus dem zweiten Weltkrieg. Wie sie heißt, berichtet Jean-Luc Bellanger nicht, zu Nazi-Zeiten heißt sie Da lachen unsere Gebirgsjäger. Ihr Karikaturist ist Albrecht Hohenester: "Hurra, Kreta!"

Ralph Klein rekonstruiert die Geschichte des Polizeiregiments 18, das Terror ausübt in Slowenien, Finnland und dann in Griechenland. In Slowenien nimmt das Regiment im Sommer 1941 teil an mindestens neun Operationen gegen tatsächliche oder vermutete Partisanen. Es verbreitet Schrecken unter der Bevölkerung, die Partisanen ziehen sich zurück, was entscheidend ist, so daß man das Regiment mit zwei anderen aus Slowenien verlegen kann, im Oktober/November 1942 soll es nach Georgien verlegt werden, was aber durch die Niederlage der Armee in Stalingrad unwahrscheinlich wird. Am 1. Dezember 1942 zieht das Regiment über Danzig nach Karelien, Finnland. Heinrich Himmler zeichnet am 24. Februar 1943 das Polizeiregiment 18 wie alle Polizeiregimenter in Anerkennung ihres mutigen Einsatzes aus als SS-Polizeiregiment. Im Juli 1943 wird es nach Griechenland verlegt, da die Nazis eine Landung der Alliierten in Griechenland vermuten.

Im Unterschied zu den Italienern, die dort stationiert sind, hält die Wehrmacht jeden Zivilisten für einen potentiellen Feind. Jeder Angriff gegen deutsches Militär oder einen seiner Soldaten wird mit der Ermordung von 50 bis 100 Geiseln bestraft. Diese Maßnahmen halten die Italiener für kontraproduktiv. Nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten, vom 8. September 1943, ist es die Aufgabe des Polizei-Gebirgsjäger-Regiments 18, die italienischen Truppen zu entwaffnen.

Anfang Januar 1944 beantwortet der Regimentskommandeur die Tötung von zwei und die Verletzung eines Polizisten in Vrastamites mit dem Befehl zur Erschießung von 120 Geiseln, die Bevölkerung, die um Gnade bittet, wird als kommunistisch bezeichnet und mit Gewalt zerstreut. Der mit der Durchführung des Befehls beauftragte Offizier reduziert die Opferzahl auf 50.

Ab Juni 1944 werden das Bataillon II und III des Polizeiregiments 18 zur Partisanenbekämpfung auf dem Peleponnes eingesetzt. Dabei bringen sie statt Kämpfern, derer sie nicht habhaft werden können, Zivilisten um. Berittene SS kommt zur Verstärkung. Acht Polizisten werden im August 1944 im genannten Dorf Vrastamites, einem strategischen Ort auf der Route Athen - Saloniki, getötet und vier schwer verletzt, woraufhin das Regiment es angreift, besetzt, vollständig ausplündert, bombardiert, einige Häuser mit Dynamit sprengt und den Rest des Dorfes, 600 Häuser, niederbrennt. Dies als warnendes Beispiel, wobei zusätzliche Massenexekutionen und Terroroperationen durchgeführt werden.

Ab Ende März 1944 nimmt das Polizeiregiment 18 an der Deportation der Athener Juden nach Dachau und Auschwitz teil. Die Juden von Saloniki sind bereits Ende 1943 deportiert worden. 700 Juden werden auf Befehl von SS-Brigadeführer Generalmajor Hermann Franz, dem Befehlhaber der Ordnungspolizei, BdO, unter dem Vorwand der Anglophilie in Athen verhaftet und in der Synagoge versammelt. Ihnen wird vorgelogen, sie kämen zum Arbeitseinsatz nach Deutschland. Der griechische Widerstand rekonstruiert dies auf Grund von gestohlenen Original-Dokumenten. Sie werden in ein Lager gebracht, von dem aus sie mit etwa 1000 anderen Juden unter Bewachung des Polizei-Gebirgsjäger-Regiments 18 nach Auschwitz deportiert werden. Man nimmt an, daß 1067 dieser Juden sofort vergast worden sind. (16)

Zur gleichen Zeit beginnt das 1. Bataillon des Regiments zusammen mit "Sicherheits"-Bataillonen der griechischen Kollaborationsregierung Razzien in Athen. Ganze Stadtteile werden ausgehoben und tatsächliche und vermeintliche Widerstandskämpfer sofort erschossen. Die letzten Teile des Polizeiregiments 18 verlassen Griechenland im Oktober 1944; vertrieben von griechischen und jugoslawischen Partisanen und im Norden, in Ungarn, von der Roten Armee, ziehen sie sich nach Slowenien zurück, wo das Regiment am 10. Mai 1945 in Celje, ca. 50 Kilometer östlich von Ljubljana aufgelöst wird.

Etwa 1200 dieser Gebirgsjäger überleben den Krieg. Sie sind auf ihre Kriegstaten bis heute stolz und betrauern nur ihre eigenen gefallenen Kameraden. Peinlich wird der Kameradschaft die Teilnahme ehemaliger Mitglieder des Polizeiregiments 18, sie werden im Juni 2005 aus der Kameradschaft ausgeschlossen. Der Vorwand ist, daß sie nicht angegeben hätten, daß sie zur SS gehörten. (17)

Kameraden aus Wehrmacht, SS und Bundeswehr, haut ab! Macht den Berg frei! Verschwindet! Schluss mit dem Pfingsttreffen der Gebirgsjäger in Mittenwald!

10. Mai 2007 - ergänzt um die Links zu Lizas Welt, 11. Mai 2007

Update, 24. Mai 2007

Jerusalem. Das Simon Wiesenthal Center hat, am 22. Mai 2007, die Entscheidung des Landratsamtes in Garmisch-Partenkirchen kritisiert, das eine Gedenkveranstaltung für Opfer des Nationalsozialismus am Pfingstwochenende am Hohen Brendten in Mittenwald verboten hat. Die Arbeitskreise "Distomo" und "Angreifbare Traditionspflege" hatten dort eine Kundgebung angemeldet, um der Opfer deutscher Gebirgstruppen des Zweiten Weltkrieges zu gedenken. Gleichzeitig findet dort eine Versammlung des "Kameradenkreises der Gebirgstruppe" statt. (18)

Derweil gibt´s einen Freispruch durch das OLG München für David Goldner zu feiern. Waidmanns Dank! (5)

Quellen

(1) 8. Mai: Nicht Befreiung - sondern Trauer um unsere Kriegstoten. NPD Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, 8. Mai 2007
http://www.npd-mv.de/index.php?sek=0&pfad_id=37&cmsint_id=1& detail=1268

Philippe François Marie, comte de Hauteclocque, Jacques-Philippe Leclerc.
Zweiter Weltkrieg. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Philippe_de_Hauteclocque

(2) Freikorps Oberland. Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland
http://www.freikorps-oberland.de/

(3) Der Prozeß gegen David Goldner. Dokumentation der Prozeßerklärung. ça ira
http://www.ca-ira.net/verlag/sonstiges/prozess-david.goldner _dokumentation.html

(4) Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus. Stephan Grigat (Hg.) ça ira Verlag 2006
http://www.ca-ira.net/img/grigat-feindaufklaerung.reeducatio n.jpg

feindaufklärung? Video, 3:58 Minuten. zeitspiegel, Bayerischer Rundfunk,
11. Januar 2007
http://www.myvideo.de/watch/601359

(5) Repression. Nie wieder Faschismus! Nie wieder Horrido! Kommentar AK-D, 23. Mai 2007
http://mittenwald.blogsport.de/2007/02/14/repression/

(6) "Schlag ins Gesicht" - Mittenwald geschockt über "Nestbeschmutzer".
Von Günter Bitala. N24, 26. Oktober 2006
http://www.n24.de/politik/article.php?articleId=78915

Schädel-Schänder? Holzköpfe! Von Sebastian Fischer. SpiegelOnline,
26. Oktober 2006
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,444939,00. html

(7) Mittenwald. Urlaubstraum unterm Karwendel
http://www.mittenwald.de/

(8) Endlich Schluss mit dem Gebirgsjägertreffen in Mittenwald. AK Angreifbare Traditionspflege
http://nadir.org/nadir/kampagnen/mittenwald/texte/Schluss-mi t-dem-Pfingsttreffen-der-Gebirgsjaeger-in-Mittenwald-Bayern. html

(9) Garmischer Tragikomödie. Lizas Welt, 17. Januar 2007
http://lizaswelt.blogspot.com/2007/01/garmischer-tragikomdie .html

Tragicomedy in the Bavarian Alps. By Lizas Welt. American Thinker,
February 3, 2007
http://www.americanthinker.com/2007/02/tragicomedy_in_the_ba varian_al.html

(10) Nie wieder Faschismus! Nie wieder Horrido! Schluß mit dem Gebirgsjägertreffen in Mittenwald. Kampagne "Angreifbare Traditionspflege"
http://mittenwald.blogsport.de/programm/

(11) Gebirgsjäger am Pranger. Zeitschrift "antifa", August/September 2003
http://www.antifa.vvn-bda.de/artikel.php3?id=2003080801

(12) Mark Mazower: Der Balkan. Berliner Taschenbuch Verlag (BTV), Berlin 2003
http://www.perlentaucher.de/buch/14268.html

(13) "Von ihrem Schicksal haben sich keine Erinnerungen erhalten". Von Natalia Sakkatou, antifaschistische nachrichten 13/2004
http://www.antifaschistische-nachrichten.de/2004/13/distomo3 .shtml

Christoph U. Schminck-Gustavus: Kephallonia 1943 - 2003. Auf den Spuren eines Kriegsverbrechens. Donat Verlag Bremen 2004
http://www.amazon.de

Christoph U. Schminck-Gustavus: Kephallonia 1943 - 2003. Auf den Spuren eines Kriegsverbrechens. Donat Verlag Bremen 2004. Perlentaucher
http://www.perlentaucher.de/buch/17142.html

(14) Das Massaker von Kephaloniá. Ein verdrängtes Kriegsverbrechen. Ein Feature von Eberhard Rondholz. WDR 5, 2004
http://www.wdr5.de/sendungen/feature/manuskript/kefalonia.pd f

"Stoiber, lass` es endlich sein, im Kameradenkreis zu sein". Protestkundgebungen in Wolfratshausen und Buchberg. Von Veronika Wenzel, Garmisch-Patenkirchener Tageblatt, 14. Mai 2005. Endlich Schluss mit dem Gebirgsjägertreffen in Mittenwald. AK Angreifbare Traditionspflege
http://nadir.org/nadir/kampagnen/mittenwald/presse/Stoiber-l ass-es-endlich-sein-im-Kameradenkreis-zu-sein-Protestkundgeb ungen-in-Wolfratshausen-und-Buchberg.html

(15) Ralph Klein: Das Polizei-Gebirgsjäger-Regiment 18: Massaker, Deportation, Traditionspflege. Zeitschrift für Geschichtswissenschaft Nr. 1/2007,
18. Januar 2007
http://www.metropol-verlag.de/pp/zfg/pp/aktuell.htm

(16) Gebirgsjäger und die Vernichtung der Athener Juden. Endlich Schluss mit dem Gebirgsjägertreffen in Mittenwald. AK Angreifbare Traditionspflege
http://nadir.org/nadir/kampagnen/mittenwald/2005/bro/Gebirgs jaeger-und-die-Vernichtung-der-Athener-Juden.html

(17) Le parcours sanglant d´un régiment de police des Troupes de montagne. Par Jean-Luc Bellanger. Le Patriote Résistant, mai 2007, pages 10-11
http://www.fndirp.asso.fr/patriot.htm

Fédération Nationale des Déportés et Internés Résistants et Patriotes (FNDIRP)
http://www.fndirp.asso.fr/

(18) Wiesenthal Center kritisiert Verbot einer Gedenkveranstaltung für NS-Opfer durch Landratsamt Garmisch-Partenkirchen. AK "Angreifbare Traditionspflege". Neues, Donnerstag, 24. Mai 2007
http://mittenwald.blogsport.de/2007/05/24/stand-der-dinge-do nnerstag-24-mai-2007/

Simon Wiesenthal Center Israel Office Jerusalem
http://www.wiesenthal.com/site/pp.asp?c=fwLYKnN8LzH&b=242619



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