
Die Zeitung "El País" interviewt den Konvertiten Mansur Abdussalam Escudero
"Aún no se concibe en este país un español de religión musulmana", Ein Spanier muslimischen Glaubens ist noch immer unvorstellbar in diesem Land, titelt die linke Zeitung "El País", am 12. Februar 2005. Der ehemalige Senator des Partido Socialista Obrero Español (PSOE) und "Periodista", Journalist, Juan González Bedoya interviewt den Konvertiten Mansur Abdussalam Escudero, dessen WebIslam.com den Text am 18. Februar abdruckt, über das Referendum zur europäischen Verfassung und deren Auswirkung auf die spanischen Muslime.
Er sei 1948 geboren und heiße "en realidad", in Wirklichkeit, Francisco. Aber, was ist schon wirklich? Während der Zeit des Generals Francisco Franco habe es keinen einzigen Muslim in Spanien gegeben: "Das Verschwinden der muslimischen Religion in Spanien ist das Musterbeispiel des Genozids aus religiösen Gründen. Es blieb nicht einer. Alles, absolut alles ist verschwunden". Die Muslime Spaniens sind einem "Genozid" zum Opfer gefallen, meint Mansur Abdussalam Escudero.
Psychologe, der er ist, erzählt er dem Journalisten von der Theorie des Unbewußten, über die Rückkehr des Unterdrückten: "In unseren Genen sind die Informationen von acht Jahrhunderten des Islams erhalten geblieben."
Nach Inkrafttreten der neuen spanischen Verfassung, 1978, gründet Francisco Escudero die "Sociedad para el Retorno al Islam en España", die Gesellschaft zur Rückkehr zum Islam in Spanien, die erste Vereinigung spanischer Konvertiten. Es sind zehn Personen: "Pioniere, nach 800 Jahren". Der Journalist scheint beeindruckt.
Mansur Abdussalam Escudero schildert, wie schwer das war. "Heute gibt es 20 000 spanisch gebürtige Muslime, abgesehen selbstverständlich von den in Ceuta und Melilla geborenen, zuzüglich einer Million von Immigranten und deren Nachkommen. Im Register des Justizministeriums gibt es 200 muslimische Vereinigungen, aber es sind viel mehr (vielleicht mehr als 600) nicht registrierte", informiert Juan González Bedoya seine Leser.
Heute sei ein Hauptproblem, den Islam in der öffentlichen Schule zu lehren. Das sei ein verfassungsmäßiges Recht, das die Behörden ihnen vorenthielten. "100 000 Schüler leiden heute unter dieser Diskriminierung", ergänzt der Journalist teilnahmsvoll. Aber Mansur Abdussalam Escudero hofft jetzt auf die europäische Verfassung, die ein Fortschritt gegenüber der spanischen sei, sie könnte Schluß machen mit der Diskriminierung und zu einer Reform der spanischen Verfassung führen, in der die Erwähnung der katholischen Kirche wegfiele. Diese Erwähnung sei gegenwärtig das größte Hindernis für eine Neutralität des Staates in religiösen Fragen.
Dann setzt der Journalist unter das Interview den "Artikel II-70 der Verfassung über die Freiheit des Denkens, des Gewissens und der Religion". Es ist allerdings auch möglich, daß WebIslam den Passus darunter setzt. Das Original des Interviews kann in "El País" nur von Abonnenten aufgerufen werden. In dem Artikel heißt es:
"Dieses Recht beinhaltet die Freiheit des Religionswechsels oder der Überzeugungen wie auch die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugungen öffentlich oder privat im Kult, im Unterricht und im Praktizieren der Riten zu manifestieren." (1)
Diese Ungeheuerlichkeit steht dort ohne jeden Kommentar. Konvertierte Muslime fordern ein Recht ein, das es in ihrem Glauben umgekehrt nicht gibt. Auf Konversion, auf den Abfall vom Islam steht die Todesstrafe. Andere Religionen als der Islam haben in den islamischen Ländern keine Existenzberechtigung. Christen werden verfolgt. Kirchen dürfen sie erst recht nicht bauen. Juden gibt es bis auf einige wenige nicht mehr. An die 800 000 Juden sind seit 1947 aus den arabischen Staaten vertrieben worden.
Und dann noch dies: Juan González Bedoya erwähnt den Ort des Interviews, "la plaza de Maimónides, el gran filósofo judío", den Platz Maimonides, benannt nach dem goßen jüdischen Philosophen (1138 - 1204). Der in spanischer Geschichte gut bewanderte Journalist der Zeitung "El País" hält es nicht für angebracht zu erwähnen, daß die Juden Spaniens, unter ihnen dieser große jüdische Philosoph, vor der Verfolgung durch die islamischen puritanischen Almohaden ab Beginn des 11. Jahrhunderts aus Spanien flüchten müssen. Maimonides flieht im Jahre 1148 aus Córdoba. Der Konvertit verrät das den Lesern erst recht nicht.
"Die Lebensbedingungen für Juden im mittelalterlichen Spanien werden in der Literatur des öfteren als ´Das Goldene Zeitalter´ bezeichnet. Die Lebenswege des Mosche ben Maimon könnten kaum stärker in Kontrast zu dieser Bezeichnung stehen", beginnt Jehonatan Grünfeld seinen Beitrag über "Leben und Werk des Mosche ben Maimon (Maimonides)". (2)
Die mit Petrodollars üppig finanzierte Islamisierung Spaniens wird von der Zeitung "El País" mit Wohlwollen betrachtet. Mansur Abdussalam Escudero erhält ein Forum, seine und die seiner Konvertitenbrüder und -schwestern Ansprüche ausführlich zu artikulieren, die verfassungsmäßigen Rechte zu nutzen, um die Islamisierung Spaniens zügig fortzusetzen, den bürgerlich-demokratischen Staat auszuhebeln und die Scharia einzuführen, einschließlich Entrechtung der Frauen und Polygamie. (3)
19. Februar 2005
Quellen
(1) Portada. Referéndum Europeo: la Constitución y los ciudadanos. Entrevista en El País a Mansur Escudero. Por Juan Bedoya. El País. WebIslam Número 278, 18 de Febrero de 2005/ 9 Muharram 1426
http://www.webislam.com/numeros/2005/278/opinion/entrevista_ mansur_pais.htm
(2) Leben und Werk des Mosche ben Maimon (Maimonides) von Jehonatan Grünfeld
http://www.talmud.de/maimon.htm
Das Waqf al-Andalus, 19. Februar 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-30-03.html
(3) La poligamia está más extendida en nuestra sociedad que en la musulmana, según Mansur Escudero. Entrevista por Hashim Cabrera. WebIslam Número 277, 4 de Febrero de 2005/ 24 Dhu´l Hiyya 1425
http://www.webislam.com/numeros/2005/277/opinion/entrevista_ mansur_poligamia.htm
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